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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 7 · p. Seite 307

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 7
Article
Die Söhne des Herodes
Date
1873-01-01
Page
Seite 307 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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Die Söhne des Herodes. 307 Ganz dieser Erbfolge gemäß war, wie wir bereits (oben S. 243) gesagt haben, die Entscheidung des Kaisers, und im Jahre 3 v. Ehr. übernahm Antipas die Regierung von Galiläa und Peräa. Seine Territorien bildeten die Nord-Ost- und Süd-West- Grenze des ganzen Ländercomplexes, den Herodes besessen hatte. Galiläa war ein wenig kleiner als Judäa und ein wenig größer als Samaria. Es war von Norden nach Süden ungefähr zwanzig Meilen lang und von Osten nach Westen etwa elf Meilen breit, grenzte im Norden an das Gebiet von Tyrus und den Antilibanon, im Osten an den Jordan, der hier die Seen von Samochonitis (Merom) und Liberias (Kinnereth) bildete, im Westen an den Theil von Phönieten, der sich an der Küste entlang von Tyrus bis zum Karrrtel hin erstreckte. Im Süd-Westen und Süden bildete der Karmel die Grenze, die dann, die Ausläufer des Gebirge Ephraim streifend, etwas südlich von Scythopolis, am Jordan endete. Seit dem babylonischen Exil namentlich hatten sich hier im ״Kreise der Völker" (גליל חגוים) zahlreichere jüdische Colonien niedergelassen Verwandten nicht zu reden, Ptolemüus, der Bruder des Nicolaus von Damaskus, und der Redner Irenaus seine Thronbewerbung gegen Archelaus von Augustus nicht unterstützt." Den zweiten Theil der Begründung seines Satzes wiederlegt Keim in denselben Athemzuge selber: ״Doch ist nicht zu verkennen, daß er zunächst voll Salome und Irenaus in seine Rolle geschoben wurde." Dieses: ״Doch ist nicht zu verkennen" beruht nämlich auf der positiven Angabe des Josephus (XVII, 9, 4 und II, 2, 3), deren Authenticitüt gar nicht anzuzweifeln ist. Was aber den ersten Grund angeht, der für die Begabung des Antipas sprechen soll, so ist derselbe nach den uns vorliegenden Berichten eine leere Combination. Josephus findet den einzigen Grund der Nichtberücksichtigung der älteren Söhne in den Verläumdungen des Antipater, und dieser Grund ist der Sachlage durchaus angemessen i.vgl. Jnaug.-Diss. S. 12). An derselben Stelle sagt Keim: ״Bei diesem Anlaß (nämlich bei der Verhandlung vor Augustus) erscheint er (Antipas) ehrgeiziger, als Philipp" (richtig, insofern als sich Philipp dabei gar nicht ehrgeizig zeigte!) ״und diesen stillen Ehrgeiz zeigt er immer". Der Ehrgeiz muß allerdings ״sehr still" gewesen sein, da sämmtliche Quellen nirgends davon zu erzählen wissen. 20*

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