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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 6 · p. Seite 242

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 6
Article
Die Söhne des Herodes
Date
1873-01-01
Page
Seite 242 (sequence 2)
Language
German
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242 Die Söhne des Herodes. und seinem Halbbruder Philippus zusamnien in der Welthauptstadt eine zeitgemäße, wahrscheinlich aber auch wenig jüdischnationale Ausbildung. Sie waren in Rom zusanunen im Hause eines Privatmannes untergebracht. Archelaus und Philipp zeigten schon hier einen lebendigen und aufstrebenden Geist, weshalb sie Antipater, als er vom Vater nach Rom geschickt worden war und dort auf Hochverrath und Vatermord sann, um unbeachtet zu bleiben, aus seiner Nähe zu entfernen trachtete. Er ließ durch seine Freunde einzelne unbedachtsame Aeußerungen derselben an den Vater kolportiren, der darauf hin die Kinder sofort nach Hause berief.') Antipater, um seine Person zu decken und jede Spur des Verdachtes, als ob die Einflüsterungen indirekt von ihm ausgegangen wären, abzulenken, schrieb nach ihrer Abreise einen Brief nach Hause, in welchem er die Heuchelei so weit trieb, die anstößigen Aeußerungen der Brüder auf Kosten ihrer jugendlichen Unbesonnenheit setzen zu wollen. Und er erreichte seinen Zweck auf diese hinterlistige Weise vollkommen. Denn so tief hatte der vielleicht durch neue Ränke und Zuflüsterungen aus seiner nächsten Umgebung genährte Verdacht gegen diese beieventueller Thronfolger nach Antipater. Keim geht nun, wie cs scheint, von der Meinung aus, daß Herodes sich bei der Bestimmung der Erbfolge an das Alter gehalten hat, wie die Einsetzung des Antipater und das letzte Codicill beweist. Allein der König sieht bei den Erben auch auf edle Abkunft, wie die erste Erbfolge der Hasmonäerkinder beweist, und er könnte daher in Herodes ebensogut den Enkel des Hohenpriesters, als den älteren Sohn bevorzugt haben. Bei der Sinnlichkeit des Herodes war es am Ende auch nur die Leidenschaft für die schöne Mutter und die leidenschaftliche Verehrung des bloßen Namens ״Mariamne", die ihn den Sohn dieser Mutter bevorzugen ließ. — Nach 2. jud. I, 31, 1 entschuldigt Antipater heuchlerisch die beim Vater angeschwärzten Söhne, Archelaus und Philippus, damit, daß ihre Thaten ״vsoTtjrog a.fiaQT'quara“ seien, und nach Ant. XVII, 4, 3, ״(fdaxujv, avvcc jisLqäxta rS>v ds Xoyoiv vrj 7}X1xfy tijv ävd&sffiv noioifievog.“ Allein die Ausdrücke vsoTnyrog und [Mtgaxia können ebensogut ein Alter von 25,20 oder 15 Jahren bezeichnen, wie eines von 17. ») Jnaug-Diss. S. 12 flg.

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