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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 4 · p. Seite 192

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 4
Article
[Nachricht] / Neubürger, Jacob Emanuel
Date
1873-01-01
Page
Seite 192 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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192 Notiz. eine falsche Vermuthung Maimon's ist. ' Denn, abgesehen von den 16 Jahren, die Janow länger lebte, als ihn Maimon leben läßt, fällt sein Tod auch in eine Zeit, wo durch verschiedene Krankheiten und besonders durch Pockenepidemie die Sterblichkeit unter der Fürther Judenschaft eine exorbitante war, wie denn auch der 4 Jahre alte Knabe Abraham Michael Janow seinem Vater nach 3 Wochen schon gefolgt ist. Und dazu fehlen in dem erwähnten Begräbnißbuch alle näheren Angaben über die Todes׳ art des berühmten Rabbiners, was gewiß nicht der Fall wäre, wenn Maimon auch hierin Recht hätte. Was nun den Bann selbst betrifft, so fehlen bedauerlicherweise von den ,,Protokollen der Parnaßen der Judenschaft in Fürth" gerade die aus den 70er und 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Allein ein darauf bezügliches Moment glaube ich doch gefunden zu haben. Neben den drei Dajanim nämlich, welche auf Hirsch Janow in den Fürther Synagogen osftcielle Leichenreden gehalten haben, hielt auch R. Löw Berlin eine solche in der ״Altschul." Dieser aber, später als Rabbiner in Cassel und Consistorialrabbiner des Königreichs Weflphalen bekannt, war damals nur Privatmann in Fürth und nichts weniger als ein Gesinnungsgenosse Janow's. Denn nach in Fürth lebender Ueberlieferung ist es entschieden unrichtig, wenn (Graetz, XI, 309 und 413) angenommen wird, Löw Berlin sei in seinem Alter nur deßhalb mit Jakobson ״reformatorisch" vorgegangen, weil er ״feinen Willen mehr gehabt" oder den Einfluß Jakobson's nicht habe widerstehen können. Er war vielmehr in Fürth schon in frühem Mannesalter als ״neumodisch" bekannt und ist auch hier unter dem Nachfolger Janows, R. Salomon Cohn, mit dem Bann belegt worden. Der Grund dieses Bannstrahles ist nun zwar weder bekannt, noch erweislich. Wahrscheinlich aber hatte derselbe Manu, der als Consistorialrabbiner später in einein (mir vorliegenden) Circular den Genuß von Hülsenfrüchten am Pesachfeste erlaubt und sogar empfiehlt, sich schon früher in Fürth solchen ketzerischen Ausspruch zu Schulden konimen lassen. Genug, Löw Berlin war schon bei Janow's Tod den Bestrebungen Mendelsohn's wenigstens nicht abhold, und hat sich doch zum Leichenredner des Fürther Rabbiners hergegeben — Zeugniß genug, daß dessen Charakter über- Haupt und bei dem Vorgehen gegen Mendelsohn insbesondere rein gewesen fein muß. vr. Ne ub ürg er. Berichtigung. Im vorigen Hefte der Monatsschrift S. 126 Note lies sieben Erzengel und zehn Fingern statt sieben Exempeln und zehn Fragen.

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