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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1872-01-01 · Heft 9 · p. Seite 429

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
21 (1872)
Issue
Heft 9
Article
[Rezension] / Zuckermann
Date
1872-01-01
Page
Seite 429 (sequence 2)
Language
German
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Recensronen. 429 der Astronomie vertraut sind. Mit anderen Worten, er setzt Bekanntschaft mit der Astronomie voraus, was bei Fachmännern wohl anzunehmen ist. Eine populäre Darstellung dieses Theiles würde ein besonderes Buch einnehmen. Es werden nun die Elemente der Sonnenbahn festgestellt, wobei als Beispiel die Berechnung einer nnttleren und einer wahren astronomischen Tekupha angegeben. Zwischen dieser und der Samuel'schen und Addascheu findet eine Differenz statt. Dann folgen die Elemente der Mondbahn, wobei der wahre Ort des Mondes und die geometrische Länge und Breite desselben für ein bestimmtes Datum berechnet wird. Endlich werden die Perturbationen besprochen und die mittlere uitb wahre Conjunction bestimmt, wobei sich gleichfalls eine Differenz gegen den kalendarischen Molad herausstellt (75—120). Trotz dieser Differenz ist es nicht nöthig, Rücksicht darauf zu nehmen, wie es der Herr Verfasser am Schluffe seines Werkes zu begründen sucht (S. 120—121). Dem Werke selbst sind noch 10 Tabellen zu den astronomischen Rechnungen angehängt (S. 122—135). Ans dem bisher Gesagten ergiebt sich, daß der Verfasser einen reichen Inhalt in einen engen Raum zusammengedrängt hat; aber wir müssen zu seinem Ruhme hervorheben, daß ec nicht in den gewöhnlichen Fehler raumsparender Autoren verfällen ist, kurz zu sein auf Kosten der Klarheit. Nein, sein Vortrag ist hell, durchsichtig, wir inöchten sagen auch interessant. Dieses letztere Beiwort will allerdings nicht bedeuten, daß Leute, die an einer spannenden Nomanlekture Wohlgefallen finden, sich an diesein Buche besonders ergötzen werden. Aber die Würze, welche der Gegenstand vertrügt, hat ihm der Autor reichlich gegeben. Nicht nur trockene mathematische und astronoinische Formein finden wir in dieser Abhandlung, sondern auch die lebendigen Beziehungen der Kaleuderordnnng zum Leben, zur Geschichte unseres Volkes treten im scharfen Umriß heraus; die Darstellung ist sonach im edelsten Sinne fesselnd; wer an eiltet: gesunden, wissenschaftlichen Methode Freude hat, wird dem Verfasser gern von Station zu Station auf dem an überraschenden Einsichten reichen Wege folgen. Zucke r m a n n.

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