Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 21 (1872)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Jahresbericht des jüd.-theol. Seminars "Fränckel'scher Stiftung"
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 89 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2829132-2829416-2829419-2866356--13986-2866405- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
des jüd.-theol. Seminars ״Fränkel'scher Stiftung. 89 gemeinde zu Posen wurde als Rabbiner der israel. Genieinde nach München berufen; sein Nachfolger in Posen ward Herr Dr. PH. Bloch, Schuldirector in München. Herr vr. A. Stier wurde von der Gemeinde zu Steinanianger zu ihrem Rabbiner gewählt. Herr vr. I. Blumeustein, wegen seiner aufopferungsvollen Dienste als Feldprediger von Sr. Majestät dem Kaiser und König mit dein Eisernen Kreuze decorirt, ward als Rabbiner nach Luxenburg berufen. Die Geschichte des Seminars ist reich an Erfolgen und erfreulichen Erlebnissen: doch es kennt kein erfreulicheres als das Fest, welches am 8. October des vergangenen Jahres in seinen Räunien begangen wurde. — Unsere Anstalt feierte an diesem Tage den siebenzigjährigen Geburtstag des Direktors vr. Z. Frankel. Monate vorher waren Freunde und Verehrer desselben zusammengetreten, um eine würdige Feier dieses Tages vorzubereiten. Es waren Männer verschiedener Confessionen, verschiedener Richtungen, Stände und Berufsarten, von nah und fern, aus Deutschland, Oesterreich, England, Holland, Dänemark, Frankreich, Rußland und Nord-Amerika. In den Frühstunden des 8. October, dem Freudenfeste der Thora (שטחת חזרה חר״לב) vereinigte die gottesdienstliche Feier in der Synagoge des Seminars die Genossen, Schüler und Freunde des Jubilars. Herr vr. B. Rippner gab in der Festrede den Gefühlen und Gedanken der Anwesenden warmen Ausdruck. Rach Beendigung des Gottesdienstes empfing der Jubilar die große Zahl von Behörden, Kollegen und Privatpersonen, die zum Theil aus weiter Ferne gekommen waren, um ihre Glückwünsche zu überbringen. Es würde dem Sinne des so vielfach Gefeierten wenig entsprechen, sollte es hier versucht werden, alle die Zeichen der Liebe und Verehrung aufzuzählen, welche ihm an diesen! und den folgenden Tagen dargebracht wurden; alle die herrlichen Worte zu verzeichnen, in denen die Erinnerung an das segensvolle Wirken F r a n k e l' s, der Dank für sein Herz und Geist gewinnendes Walten, die Hoffnung auf eine fernere, lange, gottgesegnete Thätigkeit sich kleideten. Nur auf den Grundgedanken sei hingewiesen, der alle die tief empfundenen Reden, Ansprachen, Adressen und Zuschriften durchzog. Man wies hin auf die trübe, wirre Zeit, die dem Wirken