Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 20 (1871)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Über Beurtheilung von Zweck und Absicht bei Übertretung religiöser Verbote nach dem Talmud
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 547 (sequence 6)
- Language
- German
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religiöser Verbote nach dem Talmud. 547 Gehen wir nun, nachdem wir die von uns zu befolgende Methode und die Quellen unseres Themas angegeben, zur Darstellung desselben über. (Fortsetzung folgt.) Notiz. Bibliographisches zu den ältesten Einleitungen in den Talmud. In der zum 70. Geburtstage des allgemein verehrten Seminar-Directors, Herrn vr. Z. Frankel, herausgegebenen Jubelschrift: ״Einleitung in den Talmud von Joseph Jbn-AkniN" bemerkt der gelehrte Herausgeber Herr vr. Graetz in der Einleitung Seite VIII: ״Noch ist unsere Kenntniß der gaonäischen Epoche nicht so vollständig, uul zu wissen, ob nicht der eine oder der andere der Gaouen vom 9. bis zum 11. Jahrhundert ebenfalls eine talurudische Hodegetik oder Jsagogik ausgearbeitet hat. So weit unsere Kunde reicht, hat einer der letzten suranischen Gaouen, der philosophisch-gebildete Samuel ben Chofni eine Einleitung in den Talmud (מבוא) im 11. Jahrhundert verschafft. Wir kennen daraus nur einige Notizen, aber daraus erkennen wir, daß sie die chronologische Partie ebenfalls enthalten hat. Der staatsmännische spanische Rabbiner, der Fürst Samuel Nagid Jbn Nagdela (oder Nagrela) schrieb im selben Jahrhunderte eine Einleitung in den Talmud, welche ebenfalls beide Parteien umfaßt hat, wovon jedoch der chronologische Theil untergegangen ist. Maimuni's Einleitung in die Mischna (אלסראג, die Leuchte) ist im Grunde nichts anderes, als eine Hodegetik; sie ist aber systematischer ausgearbeitet, weil dieser Rabbiner-Philo-