Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 20 (1871)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Historische Notiz
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 275 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 76% known words query
- IRI
…/2829132-2829402-2829409-2865896--13519-2865944- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Historische Notiz. 278 Historische Notiz. Es ist bekannt, daß die Jilden zur Zeit des Tridentiner Concils sich bittlich an dasselbe wendeten, damit die fernere Drucklegung des Talmud gestattet werde, ruid haben sie git dein Zwecke auch eine Deputation an das genannte Concil abgesendet. Josef Kohen berichtet darüber in Einek Habacha (editio Wiener S. 112), Mortara giebt nach dem Sefer hasikuk au (s. Steinschneider's Bibliographie 1802, p. 74, 96, Note 17), daß im October 1263 beschlossen wurde, eine Deputation nach Trient zu schickeil, und tu gleicher Weise erzählt Graetz (Geschichte XI, 391). Ein Gesuch der Jilden in dieser Angelegenheit lag jedoch dem Concil schon arn 3. Februar 1563 vor. Der Eoncilorator, der Erzbischof von Prag, berichtet uäinlich unter dieseril Datum (vgl. Bnchholz Geschichte Ferdinand I, Urknndebnch p. 636): ,,?arum kuisset infoelicitatis in concilio, nisi Hebrai nos quoque suis onerassent molestiis, voluerunt nempe et ipsi repurgatum suum Talmud a deputatis sibi restitui, sed repulsam passi sunt merito siio. Mitto ad 8 Caes M. V. petitionum eorum descriptam et oblatam nobis. Mitto etiam copiam fabularum et Blasphemiarutn quarum Myriades in Talmud inneniuntur et a quibusdam Theologis hae obiter excepta sunt.“ — Im Archive des hiesigen Klllt-Ministeriums des Aeußeru befinden sich die Acteil des Concilorators; das Gesuch der Jilden, welches als Beilage zu einem Acte vorhanden sein mllßte, scheint jedoch verloren gegangeil zu sein. Mindestens konnte sie bis jetzt Herr Professor Sickel, der sich mit diesenl historischen Material beschäftigt, nach der mir von ihm gewordenen Mittheilnng nicht finden. Wien, 20. April 1871. G. Wolf. 18*