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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1870-01-01 · Heft 12 · p. Seite 540

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
19 (1870)
Issue
Heft 12
Article
Biographie Agrippa's II.
Date
1870-01-01
Page
Seite 540 (sequence 12)
Language
German
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540 Biographie Agrippa's II. Aber das Volk durchschaute ihn, und er konnte nicht umhin, einer anderen Forderung, die bald darauf an ihn gestellt wurde, nachzukommen und die Stadt schön mit weißen Steinen pflastern zu lassen. — Hier und dort, sowohl bei Ernennung der Hohen- Priester als bei Ausübung der Tempelaufsicht ist feiger Verrath an den Brüdern und elende Kriecherei vor dem kaiserlichen Scheusal das charakteristische Merkmal an den Handlungen Agrippa's. Ehe wir nun zu dem Verhalten Agrippa's in dem jetzt bald ausbrechenden Kriege übergehen, haben wir noch einiges über seine Bauten und seine Handlungen und Anordnungen auf religiösem Gebiete nachzuholen. Baulust war einer der besten Fehler in der Familie des Herodes. Auch unser Agrippa wollte sich, wie sein Vater, durch monumentale Bauwerke verewigen. Woher er das dazu erforderliche Geld nahm, wissen wir bereits. Die Hohenpriester bezahlten ihre Ernennung gut, und gewiß wird jede Erpressung, die sie sich zu Schulden kommen ließen, auch dem Könige zu gut gekommen sein. Vor allem verschönerte er die Hauptstadt seines Ländchens Cäsarea Philippi durch prächtige Anlagen, und nannte sie zu Ehren seines allerhöchsten Gönners Neronias. In B e r y t u s, der Stadt, die auch sein Vater in auffallender Weise ausgezeichnet hatte, ließ er mit großen Kosten ein Theater errichten und regelmäßig alle Jahre Schauspiele aufführen. Josephus sagt, daß ihm das viele Millionen gekostet habe. Bei den Kampfspielen wurden ganz nach hellenischer Sitte Oelzweige als Ehrenpreise vertheilt. In der ganzen Stadt waren Statuen, die nach alten Mustern angefertigt waren, aufgestellt, und überall eine überschwengliche Pracht entwickelt. Ten Heiden gefiel das wohl, aber den Juden mußte das Herz bluten, wenn sie ihren König in ihr eigenes Land griechische Sitten einführen sahen. Und doch gehörte Agrippa nicht zu der aristokratischen Sadducäerpartei. Er blieb auch hierin der Politik seines Hauses

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