Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Gedalja, Sohn Achikam's, Dauer seiner Statthalterschaft und Datum seines gewaltsamen Todes
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 274 (sequence 7)
- Language
- German
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2?4 Gedalja, Sohn Achikam's, Dauer seiner Statthalterschaft hojachin, so viel, im achtzehnten Jahre, desselben, d. h. zur Zeit der Zerstörung Jerusalems, so viel. Im drei und zwanzigsten Jahre Nebuchadnezar's führte der Feldherr Nebusaradan abermals 745 Personen gefangen nach Babylonien (52, 28—30). Diese letzte Transportation hat man sich nicht klar gemacht. Wenn zwei Monate nach der Zerstörung Jerusalems, nach dem Tode Gedalja's, der Nest der Judäer mit Jochanan Ben-Koreach nach Egypten ausgewandert ist, woher kommen denn diese 764 judäische Gefangene? Hätte man sich nur diesen Umstand vergegenwärtigt, so hätte man darauf kommen müssen, daß erst in Folge der Ermordung Gedalja's diese letzte Transportation stattgefunden haben kann. Die Ueberbleibsel der Judäer, welche sich um Jochanan Ben- Koreach geschaart hatten, empfanden eine so große Furcht vor den Chaldäern, daß sie nicht einmal auf Jeremia's eindringliche Ermahnung hören mochten, daß sie im Stammlande bleiben mögen, es werde ihnen von Seiten der Chaldäer kein Leid zugefügt werden. Woher diese Angst? Warum war selbst Jochanan davon ergriffen, obwohl er ein Gegner des Jsmael war und ihn zur Flucht gezwungen hatte? Offenbar fürchteten sie die glühende Rache des chaldäischen Königs wegen Gedalja's Ermordung, wodurch der Plan, eine nützliche Kolonie in Judäa zu haben, illusorisch geworden war. Sie fürchteten, daß der gereizte Eroberer sämmtliche im Lande befindliche Judäer für die Frevelthal Jsmael's solidarisch verantwortlich machen, summarisch verfahren und nicht viel untersuchen würde, wer Mitschuld daran gehabt und wer unschuldig daran war. Sie fürchteten, daß der Zorn des beleidigten Großkönigs sie in's Gesammt treffen würde. Darum wanderten sie lieber nach Egypten aus, als daß sie sich harten Strafen ohne Untersuchung hätten aussetzen sollen. Aber nach ihrer Auswanderung blieben noch immer Judäer im Lande zurück. Ausdrücklich wird angemerkt, daß Jochanan lediglich den Rest des Volkes (שארית העם), welcher in Mizpa um Gedalja gewesen war, denselben, welchen Jsmael nach Ammonitis hatte transportiren wollen, nach Egypten geführt hat (41, 10; 16). Außer diesem Neste gab es noch Judäer in anderen Städten, in Sichern, Samaria und Schilo und ohne Zweifel noch in anderen Städten und auf dem flachen Lande. Diese, welche vom Schau-