Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Lewis Way und seine Emancipations-Apologie
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 553 (sequence 3)
- Language
- German
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und seine Emancipations-Apologie. 553 rechne!:, wenn sie glückliche Heilesbotschaft bem bis jetzt verstoßenen Geschlechte Israel ankündigen. Als der Erlöser der Menschen zur Welt tarn, ließ Cäsar-Augustus ein Dekret bekannt machen, daß den Ort seiner Geburt bestimmte. Ein Edict könnte von dieser Versammlung von Herrschern hervorgehen, durch welches (um die Worte der heiligen Schrift zu gebrauchen) ״ein Land in einem Tage entstehen, und ein Volk plötzlich geboren werden wird." Bürgerliche und politische Existenz, freie Wiedereinsetzung, Rückkehr in den Schoß der großen socialen Familie, das scheint der unumgängliche Anfang für die vollständige Wiederherstellung der Israeliten, für die Aufnahme iu die Heerde Jesu Christi, für ihre Vereinigung mit dem Gotteshause auszmnache!:. Vergebens ladet man sie dazu eil!, Christen zu werde!:, wenm nran sie nicht vorher als Mensche!: und als Brüder behandelt, inden: man sie an einer gemeinsamen Natur, als Erben des gleichen Heiles wie wir, theilnehmen läßt. Wenn in irgend einer früheren Epoche sie von dem Wunsche beseelt gewesen wären, Jesu Titel zu würdigen, indem sie ihn als ihren Messias betrachteten, hätten sie das Gepräge seines Charakters in dem Betrage!: seiner Anhänger erkennen könne!:? Zu erwarten in dem Glanze einer weltlichen Pracht, oder zu finden in den Entbehrungen einer klösterlichen Zurückgezogenheit, das hieße den Lebenden unter de!: Todten suchen. (S. 25.) Könnte man ihn in den Kerkern der Inquisition, in de!: Lagern eines Kreuzzuges entdecken? Durfte man auf Befreiung hoffen von diesen Pharaonen des modernen Egyptens oder diesen Sancheribs des mystischen Babylons (Rom)? Jetzt, wo die Philosophie und die Duldsamkeit einen neuen Anblick von der Gesellschaft giebt, wo das Evangelium des Friedens sich unter den lockenden Formen der Barmherzigkeit und der Wohlthätigkeit unter den Menschen zeigt, wo der Geist des CyruS die Näthe Europas beseelt, wo die Vorschriften unseres Erlösers ihre Entschlüsse leiten, ״eine Stimme aus der Stadt, eine Stimme aus den: Tempel, eine Stinune vom Throne, scheinen im Einklang mit feem Propheten Jesajah zu rufen, daß der vorbannte Gefangene sich beeile, daß er im Freiheit gesetzt werde." Die Zeit ihrer Emancipation, die von Daniel angekündigte Periode der Reinigung des Heiligthumes ist schon verflossen, welche Rechnung man auch annehme, um sich dessen zu vergewissern. Die Zeiten der Heiden, diese Zeiten, wo Jerusalem zertreten werden sollte, bedürfen keiner Erklärung,