Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 10
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 480 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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480 Monatschronik. 3H1matsdjromfi. Juden im Mormonenstaat Utha. Bis 1864 gab es nur drei Juden in dieser entfernten Gegend; aber schon das Jahr darauf erhob sich ihre Zahl auf 50, die meisten non ihnen ledig. Das letzte Jahr vereinigten sie sich bei dem Herannahen der großen Feste zu einer Gemeinde, kauften eine Loplwr Thora und einen Schofar und schickten eine Deputation zum Hohenpriester der Mormonen, daß er ihnen eines der großen Gebäude zur Abhaltung ihres Cultus vermiethen möge. Darauf überließ er ihnen das schönste unentgeltlich. Cs gab also zum ersten Male seit der Gründung des Staates Utha einen israelitischen Gottesdienst daselbst. Zur Festzeit hatten sammtliche Juden ihre Läden geschlossen. Als sie den Nothschrei aus Westrußland vernähmen, veranstalteten auch sie eine Geldsammlung. Sie haben jetzt auch schon ihren eigenen Begräbnißplatz, der ihnen auf Befehl des Hohenpriesters unentgeltlich von der Stadt überwiesen wurde. Die Israeliten genießen überhaupt Achtung unter den Mormonen. (Univers Israelite.) Der Pater Hyacinthe, der fenrige Kanzelredner non Notrc-Dame in Paris, der es gewagt hat, in den Kirchenräumen das Jndenthum zu glorisiciren, soll nach einem amerikanischen Lügenblatt identisch mit dem Iranciskaner Cohn ans Hamburg sein, der, ein Verehrer Liszt's, aus Musikenthusiasmus zur katholischen Kirche übertrat. Dem ist aber nicht so. Der rebellische Pater ist Christ ä6 pur 8au§, stammt aus Pau und heißt mit seinem Familiennamen Loy so n. Die Ultramontanen fallen jetzt über ihn her, wie über einen Abtrünnigen. Warum? Weil er in der Pariser Friedensliga neben dem Großrabbiner Isidor und dem protestantischen MM lichen Pachoud saß und die rhetorische Wendung gebrauchte: JudentM^ Protestantismus und Katholicismus seien die drei Religionen der civilisirten Welt. Ein arges Verbrechen In den Augen der Ultra-Katholiken des non- P088U1NN8. Er hat ihnen dieser Tage den Fehdehandschuh hingeworfen und den Syllabus, den das Concil als Bekenntniß der Kirche annehmen sott, im Voraus verdammt. Vielleicht wird Pater Hyacinthe als Rächer für den Knaben Mortara auftreten. Briefkasten. Hrn. 1)1׳. D. in Amsterdam. Bitte um Fortsetzung. Ihre zweite Ab- Handlung wird ausgenommen werden. — Hrn. Spitzer, Oberr. in Essen. Ihr Artikel, weil mehr populär als wissenschaftlich gehalten, entspricht nicht der Tendenz der Monatsschrift.