Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Zur Geschichte der Anschauungen über die jüdisch-hellenistische Religionsphilosophie
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 419 (sequence 21)
- Language
- German
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über die jüdisch-hellenistische Religionsphilosophie. 419 ten, wie Unterschätzung oder gänzliche Unbekanntschaft mit den echt jüdischen Elementen der jüdisch-hellenistischen Theologie selbst vorurtheilsfreie Forscher auf falsche Wege leiteten, so müssen wir von uns selbst verlange», daß der alte juristische Grundsatz, daß man nur von seines Gleichen gerichtet werden könne, endlich auch auf die jüdischen Hellenisten angewendet werde. Denn Jrrthümer und Mißverständniffe sind unvermeidlich, solange nicht die zu eingehender Darstellung das Wort ergreifen, denen eine unbefangene Würdigung jüdischen Schriftthums leichter, die einschlägige, umfangreiche hebräische Litteratur zugänglicher, das Verständniß für echt jüdische Bestrebungen, ich möchte sagen, a»; geboren ist. M. H.! Im alten Griechenland galt die schöne Sitte, daß der Freund dem scheidenden Freunde die Hälfte irgend eines Gegenstandes mit auf den Weg gab, auf daß die zusammenpassenden Theile Zeichen und Zeugen des Biindnisses für alle Zeit seien. Von den zwei Hälften einer schweren Aufgabe Hab' ich die leichtere, unbedeutendere für mich genommen, indem ich darzulegen versuchte, wie sehr die Religionsphilosophie der jüdischen Hellenisten noch der Förderung und der Pstege, Ihrer Förderung und Ihrer Pflege, bedürfe. Die unendlich gewichtigere Hälfte ist noch übrig: die Darstellung dieser religionsphilosophischeu Bewegungen selbst in ihrem Werthe und in ihren Jrrthümern, ohne Haß, aber mit einiger Liebe, ohne Vorurtheile, aber mit den Hilfsmitteln und den strengen Forderungen unserer Zeit. Sollte dereinst die Hälfte der Hälfte sich fügen: sollte es mir gelungen sein, dem verstoßenen und verkannten Kinde der jüdischon Litteratur Ihre Theilnahme zuzuwenden, so würde ich glauben dürfen, daß Sie, meine Herren, diese anspruchslosen Worte als ein Ihrer nicht unwerthes av/ußo/Mv unserer Freundschaft gern empfangen haben. 27*