Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 141 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Analekten. 141 Anatektea. Mmälig bricht sich doch die Erkenntnis; Bahn, welchen tief eingreifenden Einflnsz das Judenthunr auf den civilisatorischen Fortschritt in der Weltgeschichte ausgeübt hat. Die tausendfach wiederholte Phrase von christlicher Civilisation wird doch endlich einmal auf ihr rechtes Maaß reducirt werden. In der Revue de deux mondes stellte Mir. Emile de Lavelaye eine politische Betrachtung über den Krieg von 1866 und über die traurige Rolle, welche Oesterreich darin gespielt hat, an (Jahrg. 1868 p. 546). Er macht dabei eine interessante Digression, deren Richtigkeit hoffentlich zum Heile des Menschengeschlechtes allmälig anerkannt werden wird. ״Der Despotismus erzeugt die Sittenverderbniß, wie stagnirendes Wasser Koth hervorbringt. Er erstickt den Geist der Kritik, und nur durch die Kritik, wie Herr Mill bemerkt, machen die Völker Fortschritte. Eben aus Mangel an diesem Geiste sind die Volker des Orients, die Assyrer, Aegypter, Chinesen stationär geblieben. Die Griechen und die Juden haben das Menschengeschlecht gerettet, weil der kritische Geist bei den Einen durch die Philosophen und bei den Andern durch die Prop h e t e n vertreten waren. Sie haben in die occidentalische Welt die Gedanken von der Gleichheit der Menschen und der Emancipation der Armen hineingeworfen." Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt endlich ans Licht der Sonnen. Von den beiden ersten Schöpfern der fluchbeladenen Inquisition, welche zugleich den harmlosen, patriarchalischen Despotismus in Europa argwöhnisch, hart, rücksichtslos gemacht haben, von den ultrakatholischen Ferdinand und Jsabella von Spanien, wußte man wohl, das; der König ein blutdürstiger, gewissenloser Tyrann war, der Alles seiner Politik opferte; aber die Königin erschien mit einer gewissen Gloriole der Tugendhaftigkeit umgeben, etwa wie ihre Urenkelin Maria Theresia, die mit Thränen in den Augen zu harten Befehlen ihre Unterschrift gegeben hat. Jetzt transpiriren die Klostermauren von Simancas die lange bewahrten Geheimnisse durch und decken das verhärtete Gemüth dieser Königin auf, die Alles ״aus Liebe zu Christus und seiner heiligen Mutter" that. Jsabella die Erste ist der Zweiten nicht ganz unwürdig. Die geheimsten Archive des Klosters von Simancas, welche die Unthaten der spanischen Herrscher