Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 95 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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95 Analekten und Mönatsbericht. und dieser erscheint interessant genug. ״Vergessen Sie nicht," sagte er uitter anderem, ״daß das jüdische Volk wahrhaft das Volk Gottes ist und wird es immer sein.... Volk Gottes! Du hast der Welt die bis dahin unbekannten Gedanken der Brüderlichkeit, der Gleichheit und der Barm- Herzigkeit offenbart. Und weil Du Deine Religion und Dein Vaterland in Gott gesetzt hast, hat man Dich verfolgt, zerstreuet, bekämpft — vergeblich. Dein Glaube, Deine Kraft sind unzerstort, unzerstörbar geblieben, wie der einzige Gott, der immer Jein König gewesen ist. (Univers IsraMly). Es wäre beinahe gerathen, unsere reformsüchtige Rabbiner! in die Kathedrale?iotrs-Väms zu den Missionspredigten des PaM Hyäcinlhe zu senden, damit sie lernen sollen, daß das Judenthum etwas mehr als Afsenthum ist. Dem Abgeordneten vr. Kosch ist in den Letzten Wochen eine Adresse überreicht worden, die von den Vorständen eines großen Theils der der preußischen Monarchie ungehörigen Synagogengemeinden unterzeichnet war. Es wurde in derselben dem verehrten Abgeordneten die gewiß verdiente Anerkennung ausgesprochen für seinen unermüdlichen Kampf um die Anerkennung der rechtlichen Forderungen seiner Glaubensgenossen. Herr Dr. Kosch hat alle Veranlassung mit Genngthüung auf seine Thätigkeit in dsr letzten Session des Abgeordnetenhauses zurückzudlicken. Praktische Erfolge dieser Thätigkeit lassen sich jedoch unter dem jetzt herrschenden Systeme nicht erwarten. Das Justizministerium hat sich noch nicht die Zeit genommen, die Judenfrage zu studiren, und das Cultusministerium versteht es vortrefflich, durch gewundene und ausweichende Erklärungen dm an ihn gestellten Forderungen aus dem Wege zu gehen. Sanguiniker freilich glaubten in den letzten Tagen aus einer Zeitungsnachricht, die die Anstellung des ersten jüdischen Kreisrichters mittheilte, frische Hoffnung schöpfen zu dürfen. Die Zeitung der Partei, welche die Demüthigung der Juden in ihr Programm ausgenommen hat, beeilte sich, sie bald darauf eines Besseren zu belehren. Selbst das Hypothekenfach verträgt im christlichen Staate noch keinen jüdischen Kreisrichter. Der Kaiser von Oesterreich bemerkte der Deputation gegenüber, die ihm die Adresse des ungarischen Israeliten - Congresses überreichte, er hoffe von der regeren Betheiligung der ungarischen Juden am öffentlichen Leben eine segensreiche Wirkung für ihr Vaterland. Oesterreichische Zeitungen bemerken hierzu, daß es in der That von unberechenbarem Gewinne wäre, wenn es den Juden gelänge,