Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Berlin [Nachricht]
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 465 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Monatschronik. 465 — In der Specialdebatte über den Etat des Cultusministeriains ergriff der Abg. Kosch bei Titel ״Gymnasien und Realschulen" wiederum das Wort, um für die Anstellung jüdischer Lehrer an höheren Lehranstalten, die Zulassung jüdischer Religion8lehren an denselben und die. Ernennung jüdischer Gelehrten zu ordentlichen Universitätsprofessoren einzutreten. In der Berathung über den Cultusetat ist die Anstellung jüdischer Lehramtscandidaten überhaupt von verschiedenen Abgeordneten zur Sprache gebracht worden. Es liegt dem Abgeordnetenhause auch eine Petition der Breslauer Synagog engem ein de vor, die die Anstellung von Juden in den Ressorts der Justiz- und Unterrichtsverwaltung beansprucht. London. Bei der letzten in England vollzogenen Parlamentswähl sind sieben jüdische Candidaten gewählt worden. Sie gehören sämmtlich der liberalen Partei an. Pest. Die Wahlen zum jüdischen Congresse sind vollzogen worden. Die liberale Partei ist den Orthodoxen gegenüber in der Majorität. Unter den Gewählten befinden sich auch drei aus dem jüd.-theologischen Seminar in Breslau hervorgegangene Rabbiner, die Herren Dr. Kohn, Dr. Kohut und Dr. Sidon. — Der Congress der ungarischen Juden ist am 14. Dezember im grossen Cornitatssaale von dem Cultusminister Eötvös durch eine Rede eröffnet worden. Hierauf nahm Herr Leo Holländer ans Eperies als Alters- Präsident den Vorsitz ein. Am 15. December constituirten sich die Sectionen zur Wahlprüfung. Nachdem eine genügende Anzahl von Wahlen geprüft worden waren, schritt man am 16. December zur Wahl des Vorsitzenden. Der Candidat der Liberalen Herr Dr. Hirsch!er aus Pest drang mit 115 gegen 90 Stimmen durch und übernahm den Vorsitz. Der Gegencandidat der Orthodoxen war Herr Leopold Popper, der selbst der liberalen Partei angehören soll. Zu Vicepräsidenten wurden gewählt die Herren Popper und Wahrmann. Die Absendung einer Deputation an den König, welche vorgeschlagen worden war, unterblieb, da der König Pest schon verlassen hatte. Es soll nunmehr eine Adresse an den Thron gerichtet werden. Abg. Rohenstein regte darauf die Emanzipation der bisher noch nicht einancipirten croatisch-slovenischen Juden an. Dieser Antrag sowohl