Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 10
- Article
- [Rezension] / D. G.
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 398 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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398 Recensionen und Anzeigen. des Baches Eintrag zu thun, hätten aasgeschieden werden können. Indess, wo des Vortrefflichen so viel geboten wird, wo die Aus« wähl eine so reichhaltige ist, bleibt nur der Wunsch auszusprechen, diese neue, elegant ausgestattete Auflage möge ebenso wie die früheren eine weite Verbreitung finden: ein Werk wie Frankl’s ״Libanon“ dürfte in jedem jüdischen Hause eine Zierde der Bibliothek bilden. D. G. כנף־־־רננים Lyrische Klänge, Original-Poesien und Heber- Setzungen von Nathan Samueli. Herausgegeben von Michael Wolf. Lemberg 1868. 149 8. Immer seltener werden die Klänge der hebräischen Muse; als sollte sie bald ihren Kreislauf beschliessen, hört man sie nur hie und da— wie einst an den Ufern des Tajo und Guadalquibir — ein Lied noch zirpen. Nachklänge, Hebersetzungen aus neueren Sprachen und Variationen älterer Poesieen bringt wohl noch jeder Frühling; aber es fehlt meist die Frische und Farbenpracht der echten Bliithen. Doch der Freund der hebräischen Poesie wird auch diese Gaben dankbar hinnehmen und auch eine Sammlung wie die Eingangs erwähnte nicht ohne Befriedigung aus der Hand legen. Denn es lässt sich dem jungen Dichter Tiefe der Empfindung sowie eine gewisse Gewandtheit und Leichtigkeit des Ausdrucks nicht absprechen, wenn auch bisweilen die Ausführung des poetischen Gedankens wenig Schule verräth. So wird in dem Liedercyclus האביב der Kampf des Frühlings mit dem Winter wahrhaft poetisch durchgeführt und an das Hervorbrechen der hellen Sonne die Reflexion über den Sieg des geistigen Lichtes über das Dunkel angeknüpft. Dieser Gedanke ist aber in dem ersten Gedichte vollständig erschöpft und es bleibt für die beiden folgenden nur die Wiederholung übrig, die noch durch das Aufgeben der eingestreuten Reflexion Einbusse erleidet. Mehr Talent verrathen die Heber- Setzungen, die sich an L. A. Frankl und Lenau anlehnen, und es lässt sich nach diesen Proben nur wünschen, der Dichter möge, getreu dem Iieine’schen Motto, das er seinem Büchlein vorausgeschickt, ferner in Lust und Leid sein Herz itn Lied er-