Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1868-01-01 · Heft 10 · p. Seite 372

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
17 (1868)
Issue
Heft 10
Article
Die Alliance Israélite Universelle
Date
1868-01-01
Page
Seite 372 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2829132-2829360-2829371-2863911--11580-2863951
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

372 Die Alliance Israelite Universelle. tung nach Norden einschlug. Am 24. November war ich in Keren, im Lande Logos, über dessen Besitz die Egypter und Abyssinier im Streite liegen. Ich gedachte anfänglich durch das Land der Counamas hindurch zu ziehen, um nach Chire zu gelangen Aber die Schwierigkeiten des Weges veranlassten mich, diesen Plan aufzugeben, und so wandte ich mich nach Barka, dessen unermessliche Ebenen dem mächtigen Sigrischen Stamme der Beni Am er als Tummelplatz dienen. Nach 14 Tagen kam ich in Cassala an, einer bedeutenden Stadt im südlichen Sudan, am Mareb (Gach) gelegen und (Residenz) Sitz eines egyptischen Gouverneurs. Ich hörte von allen Seiten enfcmuthigende Mittheilungen, alle Welt benachrichtigte mich von der Gefahr, der ich in Abessinien unfehlbar entgegenginge. Dies bestimmte mich, eine Provinz aufzusuchen, die bisher von Europäern weniger besucht war. Meine Wahl war schon längst auf Walquait gefallen, wo seit dem Besuche Packyns kein Weisser sich hatte sehen lassen. Parallel dem Laufe des Atbara ׳ Flusses ging ich durch die von den Stämmen Noaima und Homran eingenommenen Tiefländer. Der letztere dieser beiden Stämme wohnt an beiden Ufern des Tacazzd oder Setifc in der Nähe von Changalla und Walquait. Der Scheik von Homran machte mich auf das Gefährliche meines Unternehmens aufmerksam und weigerte sich, mir einen Kameeltreiber zu besorgen, der mich bis zur Grenze führen sollte, da der abessinisc-he Herrscher sein Todfeind war. Ich verlor den Muth nicht, setzte über den Tacazzd in der Nähe einer Insel Namens Abu-Edris, wo ein Europäer, der mit wilden Thieren hanfäelfc, eine Jagdstation errichtet hatte. Zu KirdLebanos traf ich eine kleine Karawane des Stammes Daba'ina mit Kameelen, beladen mit Salz und Baumwolle, die nach dem Markte von Gabtha zog. Ich schloss mich ihr an und nach fünf Tagen kam ich daselbst in der Eigenschaft eines Rhinoceroshändlers an. — Um den Feindseligkeiten der Amharas zu entgehen, quartierte ich mich bei einem Mohamedaner ein, der einer der drei Richter des Marktfleckens war. Mein Wirth gab mir Andeutungen über die Einwohner

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.