Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension] / D. G.
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 236 (sequence 2)
- Language
- German
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236 Eecensionen and Anzeigen. schulen in ihrem geschichtlichen Verlaufe zu besprechen, sondern wir finden in derselben auch eine Menge von Einzelnheiten, die über die Stellung der Juden, besonders im Josephinischen Zeitalter, und das Verhalten der Regierung ihnen gegenüber interessante Aufschlüsse geben. So finden wir zur allgemeinen Charakteristik der Zeit auch in den Rescripten über das Unterrichtswesen recht brauchbare Notizen. Man sehe z. B. das durchweg tolerante Edict vom Jahre 1790, das die jüdischen Schüler von der Anwesenheit beim Gebete vor und nach dem Unterrichte dispensirt (8. 14ff.), und als kurioses Gegenstück einen Statthaltereierlass vom Jahre 1849, der eigene Schulbanke für die israelitischen Schüler einer Schule der Leopoldstadt anordnet, freilich nur, um — damit Fiasco zu machen. — Im Allgemeinen sieht man es dem kleinen Schriftchen an, dass der Verfasser auch einem unbedeutenden Stoffe Interesse zu verleihen und die Resultate seiner anderweitigen historischen und statistischen Forschungen zu verwerthen weiss. Wir hoffen daher demselben noch öfter auf diesem Gebiete zu begegnen und von ihm weitere Studien über die Verhältnisse der Juden in Oesterreich, wofür ihm in den Archiven so reiches Material zur Verfügung steht, begrüssen zu können. D. G. Chinnor Kodesch. Die Psalmen. Zunächst für israelitische Religionsschulen wortgetreu übersetzt und mit erläuternden Anmerkungen versehen von Gottlieb Schwarz, öffentlicher Lehrer. Wien 1867. (Verlag des Verf. In Oomm. bei Herzfeld und Bauer in Wien.) An guten Schulbüchern für den Unterricht der Jugend im Hebräischen ist nicht gerade Ueberfluss, und es verdient daher jede Erscheinung, die einem allgemein gefühlten Bedürfnisse auf diesem Gebiete abzuhelfen sucht, von vornherein Aufmnnterung und Anerkennung. Ist es nun gar ein im Schulfache ergrauter Schulmann, der die Frucht langjähriger Erfahrungen und Bemühungen der Oeffentlichkeit übergibt, so wird gewiss Jeder, dem die religiöse Belehrung der Jugend am Herzen liegt, dem Autor für sein Bestreben Dank wissen. Daher verdient