Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Alliance Univers. Israélite und die Juden Rumäniens
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 136 (sequence 16)
- Language
- German
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136 Die Alliance LJnivers. Israelite Provocation auszusagen, und wer waren die Untersuchungsrichter? Etwa der Präfect Müller und die Polizeiagenten, die ruhig dem Auflaufe und der Plünderung zusahen? Liegt ni#ht die Provocation sonnenklar zu Tage in den fanatisch-aufwiegelnden Reden des Sendlings Bratianos, des Mönchs Warn an? Und muss nicht dieses Ministerium, so ihm nicht jedes Schamgefühl fremd, in seinem Innersten erröthen, dass es solche Beamten angestellt, dass seine Verwaltung durch derartige Ausbrüche gebrandmarkt und für immer geschändet werde? Auch zu Galacz wurde eine Untersuchung angestellt, ״die die Schuld der Türken und die Unschuld sämmtlicher rumänicher Beamten erwies,“ auch dort dasselbe frevelhafte Spiel, und die Minister sind so sehr ihrer dem Souverän des Landes schuldigen Achtung uneingedenk, dass sie ihn seinen Namen unter dieses Document setzen lassen? Ein derartiger Frevel grenzt an Hochverrat!], dessen sich schuldig zu machen ein Bratiano, so es seinen Plänen gilt, nicht beanstanden dürfte. Wir wollen aber auch gegen diesen Mann gerecht sein. Es mag ihm nicht mit seinen zu Paris gemachten Betheuerungen, er meine es mit den Juden gut, Ernst sein; seine Aufreizung zur Juden- Verfolgung, die von ihm veranstalteten Judenhetzen und andere unmenschliche Massregeln sind das Spiel seiner Politik: hierdurch wird die grosse Masse gewonnen, die dann gefügige Abgeordnete in die Kammern schickt. Doch wehe den Männern, die auf solchem blutigen Wege zur Macht gelangen, wehe dem Lande, dessen Bürger auf solchem Wege zu beeinflussen sind, wehe der Freiheit der Constitution, die sich auf derartigen blutigen Unterlagen aufbauet. Constitution, Selbstbestiinmungsrecht, welcher Hohn im Munde dieser Barbaren, welche schneidende Waffe in der Hafid dieser unreifen Horden, die das Spiel einiger gesinnungs- und gewissenlosen Ehrgeizigen! Einen freundlichen Punkt in diesem Blutmeere bildet die oft wiederholte Versicherung des Fürsten Karl von seiner freundlichen Gesinnung gegen die Juden: sie legt ein erhebendes Zeugniss für die Güte des Herzens ab.