Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Alliance Univers. Israélite und die Juden Rumäniens
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 134 (sequence 14)
- Language
- German
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134 Die Alliance Univers. Israelite werde, wie Bratiano sagte, bald in die vollständige Emancipation der Juden ansmünden u Wir haben dieses Versprechen entgegengenommen: seine treue Ausführung ist im Interesse Rumäniens wie zur Ehre der rumänischen Regierung unerlässlich. Soweit der vom Herrn Leven, Secretär der Alliance, am 19. December abgestattete Bericht. Hören wir, wie Bratiano sein Versprechen gehalten. Am 25. December fand durch die Machinationen Bratiano’s in der moldänischen Stadt Berlad ein Pöbelauflauf gegen die Jaden statt, wie solche nur das Mittelalter kannte. Der Berichterstatter der hebräischen Wochenschrift ״Hamagid“ theilt hierüber Folgendes mit: ״Bratiano kehrte von Paris, woselbst er sein Wohlwollen für die Juden betheuert, zurück und gelangte wieder an die Spitze der Regierung. Um diese Zeit wurden die Kammern in Bukarest eröffnet. Die Majorität der Abgeordneten ging nicht mit der Regierung und namentlich sprach der Abgeordnete Epureano harten und bitteren Tadel über das Verfahren Bratiano’s gegen die Juden aus. Bratiano löste am 3. November die Kammern auf und entsetzte die den Juden nicht abholden Beamten, und unter ihnen den Präfecten von Berlad, Wasiliko Rornili, ihres Amtes, um an ihre Stelle seine Creaturen,״ ־die Rothen,“ zu setzen, die die Wahlen in seinem Sinne beeinflussen sollten. Zu diesem Zwecke schickte er um diese Zeit den Mönch Warn an nach Berlad. Dieser Mönch predigte gegen die Juden und wiegelte die Menge gegen sie auf, ein leichtes Mittel, die Pöbelgunst zu gewinnen. Er wurde auch am 14. December zum Abgeordneten gewählt, das Volk führte ihn die darauf folgende Nacht im Triumphe durch die Strassen und er hielt nun wieder eine der blutgierigsten Reden gegen die Juden. Die Juden schwebten diese Nacht in grässlicher Todesangst. Am 25. December erbrach der Gastwirth, bei welchem der Mönch sich einlogirt hatte, die Thüre seines Zimmers, da er schon zwei Tage nicht herausgekommen war, und fand ihn unter Schmerzen sich windend auf dem Boden