Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Berlin [Nachricht]
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 119 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Monatschronik. 119 Monatschronik. Berlin. Der vor einigen Wochen geschlossene Landtag heschäftigte sich in seinen letzten Sitzungen mehrfach mit Petitioneu über jüdische Angelegenheiten. Line Petition aus Nakel, dahin gerichtet, die Inspection der dortigen jüdischen Elementarschule dem evangelischen Geistlichen zu entziehen und dem Ortsrabbiner zu übertragen, wurde mit grosser Majorität nach kurzer Debatte der Regierung zur Berücksichtigung überwiesen, desgleichen ohne Debatte eine Petition, in welcher die Abschaffung des Eides more judaico erbeten wurde. Der Cultusminister hat in jüngster Zeit mehrere Rescripte erlassen, die Anstellung oder richtiger die Nichtanstellung der jüdischen (Kandidaten des höheren Schulamts sowie die Zulassung derselben zur Abhaltung des Probejahres an christlichen Lehranstalten betreffend. Nur ausnahmsweise solL es gestattet sein, Juden an christlichen Lehranstalten unterrichten zu lassen, und auch dann nur in solchen Fächern, die eine confessionelle Behandlung nicht zulassen. Auch wird in einem dieser Rescripte ausdrücklich erklärt, dass jüdische Philologen durch das Ablegen des Oberlehrerexamens nicht das Recht erwerben, an christlichen Schulen ihr Probejahr abzuhalten, sie werden vielmehr sämmtlich auf die jüdischen Realschulen in Frankfurt am Main verwiesen. Bucharest. Der preussische Minister der auswärtigen Angelegen!)eiten Graf Bismarck hat dem Präsidenten der Alliance Israelite zu Paris auf deren Verwendung für die Israeliten, in Rumänien unterm 22. Februar ein sehr verbindliches Antwortschreiben übersandt, worin mitgetheilt wird, ״dass die königl. Regierung ihren Vertreter in Bucha re st auf’s Neue angewiesen hat, dass derselbe seinen ganzen Einfluss anwende", den Israeliten Rumäniens den Schutz zu Theil werden zu lassen, ״welchen sie in allen Ländern, in welchen die Gesetzgebung auf den Grundsätzen der Humanität und Civilisation beruht“, gemessen. Weiter heisst es: ״Ich bin zudem fest überzeugt, dass die Absichten des Fürsten Carl vollständig mit unseren Wünschen