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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 12 · p. Seite 478

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 12
Article
Pesth [Nachricht]
Date
1867-01-01
Page
Seite 478 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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478 Monatschronik. § 2. Alle Gesetze, Gepflogenheiten und Verordnungen, welche hiermit in Widerspruch stehen, werden aufgehoben. Dieser Entwurf wurde von! Hause mit lautem Eljen aufgenommen. Pesth. Am 30. November wurde der Oberrabbiner der hiesigen Gemeinde Dr. W. A. M ei sei vom Gehirnschlage getroffen und verschied nach wenigen Stunden. Der Entseelte stand im 52. Lebensjahre. Die Leichenfeierlichkeit fand unter ungeheurer Betheiligung des Publicums statt, und waren der Wiener Prediger Herr Dr. Jellinek, der hiesige Prediger Herr Dr, Kohn, der Altofner Rabbiner Herr Dr. Hirsch zur Abhaltung von Trauerreden, zahlreiche Rabbiner des Landes zur Theilnahme - am Leichenbegängnisse von Seiten des Vorstandes eingeladen worden. Colmar. Am 15. November verschied Herr S. Klein, Rahbiner zu Colmar und Consistorialrabbiner des Departements des Oberrheins. Alle, die den Hingeschiedenen kannten, trauern um ihn: er war ein Marin von ausgezeichneter Gelehrsamkeit und dem trefflichsten, den Rabbiner wahrhaft zierenden Eigenschäften. Sein Hintritt ist nicht nur ein grosser Verlust für seine Gemeinde und die Gemeinden des Oberrheins, sondern für die Juden Frankreichs überhaupt, zu deren hervorragenden Rabbinern er zählte. Rumänien. Trotz der grössten Anstrengungen der ״Alliance israelite“, trotz des freundschaftlichsten Beistandes der Consule fast aller europäischen Mächte will es nicht gelingen, den gehässigen Maassregeln der rumänischen Behörden gegen die jüdische Bevölkerung Einhalt zu thun, wir befinden uns vielmehr in der traurigen Lage, statt von einer Verminderung des Hasses eher von einer Zunahme desselben berichten zu müssen. In der Stadt Roman wurde den Juden verboten, Laubhütten zu bauen. In Jassy wird in Erneuerung eines Verbotes von anno 1741 den Juden das Halten christlicher Dienstboten und Ammen untersagt; in dem Dorfe Placinta findet ein seit 24 Jahren dort wohnender jüdischer Pachter eines Tages seine Thür mit einem amtlichen Siegel verschlossen und erfährt vom Bürgermeister, dass in diesem Dorfe nicht länger Juden geduldet werden.

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