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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 12 · p. Seite 448

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 12
Article
Authentische Actenstücke über die gegenwärtige Lage der Juden in Serbien
Date
1867-01-01
Page
Seite 448 (sequence 8)
Language
German
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448 Authentische Actenstücke über d. gegenwärtige Lage der Abzug von 4000 türkischen Einwohnern ans einer Stadt, deren Bevölkerung die Zahl von 20,000 Seelen nicht übersteigt, muss naturgemäss den Gang der Geschäfte wesentlich verringert haben. Diese Thatsache hat der Finanzminister, Herr Zukitch, in einer Unterredung, die ich gestern mit ihm hatte, vollkommen zugestanden. Trotzdem ist sie von geringer Bedeutung, wenn man an die Verluste denkt, von denen die Juden wie die übrigen Handeltreibenden und Kauf״ leute Belgrads durch den Abzug der türkischen Garnison bedroht sind, deren Ausgaben und Unterhaltungskosten sich auf mehr als 80,000 Livres belaufen. Das wird, wie ich sehr fürchte, ein tödtlicher Schlag für die armen Jaden sein, die noch in Serbien geblieben sind, und deren Zahl durch Krankheiten, Elend und Hunger bereits auf eine erschreckende Weise abgenommen hat. Es ist gewiss, ich wiederhole es, dass von einer Be- Völkerung von ungefähr 2 bis 3000 Seelen nicht 1000 in Belgrad geblieben sind, und wenn man sich fragte, was aus den andern geworden ist, so wäre es unmöglich zu sagen, wie viele von ihnen noch übrig sind, die kümmerlieh in den kleinen türkischen und österreichischen Stääten an beiden Ufern der Donau ihr Leben fristen, wo ohne Zweifel ihre Thätigkeit wegen der beschränkten Zahl der Erwerbszweige, die ihnen in diesen Ländern erlaubt sind, grosse Hindernisse zu überwinden haben wird. Hoch ein Wort über die Israeliten. Ihr Elend hat den höchsten Gipfel erreicht, das Gemälde, das die ״Alliance“ Ihnen davon entworfen hat, ist nur zu wahrheitsgetreu, und mein einziger Wunsch wäre, etwas Wirksameres zu ihren Gunsten thun zu können, als bis auf diesen Tag für sie geschehen ist. Gleichwohl sehe ich für den Augenblick nur das einzige Mittel, von dem einiger Erfolg zu erwarten ist. nämlieh, dass gelegentlich der Reise, die der Fürst nächstens nach Constantinopel machen muss, um wichtige politische Arrangements mit der Pforte zu treffen, der Gesandte Ihrer Majestät diesen Anlass benutze, um zu Gunsten der Juden zu interveniren. Die Intervention Sr. Excellenz

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