Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 16 (1867)
- Issue
- Heft 8
- Article
- [Rezension] / Frank
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 319 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Recensioncn und Anzeigen. 319 gestattet uns hier der Raum nicht; nur das Vorzüglichste soll hervorgehoben werden. Die Herren Ludwig Aug. Frankl und Leopold Kompert haben es nicht verschmäht, ihr Scherflein beizutragen; der Verfasser des Buches ״nach Jerusalem‘‘ verherrlicht in einem Gedichte, mit der Ueberschrift ״verworrene Gebete“ (S. 13), das Loben und Lärmen in der Synagoge! •— Unter den Biographien verdienen die des Samson Wolf Rosenfeld (S. 15), ehemaligen Rabbiners in Bamberg, und Dr. Jacob Weil in Frankfurt a. M. (S. 33) Erwähnung. Von Ersterein bringt auch diese Monatsschrift (Jahrgang 1863, 8. 201 ff.) ein klares Lebensbild. Wir bedauern, dass der Herr Krämer nach seinem eigenen Geständnisse jenen Aufsatz nicht gelesen hat, er hätte alsdann mit etwas weniger Leidenschaftlichkeit seine Feder geführt. — Desto anerkennens- und lobenswerther ist das vor unsern Augen ״von einem Ungenannten“ entrollte Bild Weil’s. Weil ist hier gewürdigt nach seiner Wissenschaftliehen Thätigkeit auf dem Gebiete des Schulwesens, der Literatur und Geschichte, besonders aber ist hervorgehoben seine unermüdliche Thätigkeit und sein unverdrossenes Wirken für die Emancipation der Juden. Hand in Hand mit Dr. Gabriel Riesser wies Weil die gegen die Juden geschleuderten Verleumdungen, besonders von Seiten der Professoren Rühs und Fries, mit sittlieber Entrüstung und gründlicher Widerlegung zurück. 8. 225 ff. bringt die Grabrede, die Dr. Stein an seiner Bahre gesprochen. — Unter der Ueberschrift, ״der Lehrer im Talmud“ (S. 66) setzt uns Herr Dr. Falken heim die Anforderungen, welche der Talmud an die Elementarlehrer in sittlicher und Wissenschaftlieber Hinsicht stellt, auseinander. Da Herr F. (S. 67, Note 1) eine umfangreiche Arbeit über die Pädagogik im Talmud verspricht, worin dieser Aufsatz ein Capitel bildet, so wollen wir uns auch bis nach deren Veröffentlichung jedes Urtheils enthalten. Nur einzelne Berichtigungen seien hier erwähnt. 8. 63 muss es statt R. Joseph heissen R. Josua ben Chananja, ebenso S. 67 Rabbi Meir statt Rabbi. Die Behauptung, die Stelle Baba Bathra 21a אי איכא ארבעין מוקמינן ריש דוכנא weise auf das Lancastersystem und den wechselseitigen Unterricht hin, finden wir sehr gewagt. Wir hoffen, dass Herr F. in der uns versprochenen Arbeit nicht allein der Zeit des Talmuds, sondern auch der Entwickelung des Jugendunterrichts während der