Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 16 (1867)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Corfu [Nachricht]
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 240 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 100% known words query
- IRI
…/2829132-2829346-2829353--10668-2862945- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
240 Monatschronik. aus diesem Schreiben hervorgeht, dass die Lage der Juden auf den ionischen Inseln im Grossen und Ganzen eine ziemlich befriedigende genannt werden kann, so steht es doch andererseits unwiderleglich fest, dass im eigentlichen Königreiche Griechenland unsere Glaubensgenossen fortwährend Beschimpfungen und Kränkungert ausgesetzt sind, und dass ihnen beispielsweise in Athen von dem Pöbel die grössten Schwierigkeiten bereitet werden. Italien. Das neugewählte Parlament zählt sieben jüdische Mitglieder, fünf hatten bereits dem früheren Parlamente angehört, zwei sind neugewählt. Im Verhältnis8 zu der geringen Anzahl von Juden, die das Königreich Italien bewohnen, ist diese Zahl eine ziemlich beträchtliche und legt ein ehrendes Zeugniss für die Tüchtigkeit und patriotische Gesinnung unserer Glaubensgenossen ab. Pest. Vor einigen Wochen hatte eine Deputation von Lehrern der jüdischen Schulen, geführt vom Prediger Dr. Kohn, eine Audienz bei dem Cultusminister für Ungarn, Baron Eötvös. Derselbe versicherte die Deputation seines wärmsten Interesses für die jüdischen Lehranstalten, und nahm keinen Anstand zu erklären, dass die jüdischen Schulen alles Lob verdienten, und dass es ihm sehr wohl bekannt sei, wie sehr jüdische Eltern, selbst unbemittelte, bestrebt seien, ihren Kindern eine tüchtige Schulbildung zu Theil werden zu lassen. Serbien. Bei der jüngsten Anwesenheit des Fürsten Michael von Serbien in Constantinopel hatte auch der Chacham Baschi die Ehre, dem Fürsten in einer besondern Audienz vorgestellt zu werden. Der Chacham wurde äusserst freundlich und zuvorkommend empfangen und erhielt vom Fürsten die Zusicherung, dass derselbe ein Freund der Juden sei und er in jeder Be- Ziehung für ihr Wohl bedacht sein und ihnen zu der Erlangung aller Rechte behülflich sein werde, die ihnen zu seinem eigenen Bedauern bis jetzt noch entzogen seien.