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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 5 · p. Seite 168

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 5
Article
Nationalitäten
Date
1867-01-01
Page
Seite 168 (sequence 1)
Language
German
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i;-W: ־?:>?-"׳י. ג, Nationalitäten. I Es ist im ersten Hefte dieses Jahrganges hervorgehobenl worden, worin der Kernpunkt des Begriffes Nationalität! liegt, und dass gemeinschaftliche Abstammung und Sprache,! so sich nicht mit ihnen entsprechende Bildung verbindet,■ mit Nichten den Anspruch׳ auf Nationalität begründen. 1 Müssten wir doch sonst auch in dem Volke der Zigeuner■ und in den Bewohnern des in Blut vegetirenden Reiches! Dahomey die Nationalität respectiren! Und fragen wir, I warum in der That nicht? Weil die Nationalität zu ihrem Unterbaue die Anerkennung der Würde und des Rechtes des Menschen erfordert, weil sie nur da sich würdig aufbauet, wo sie in dem Bewusstsein einer vernünftigen Freiheit wurzelt. Achtet die Nationalität in rohen, die Würde des Menschen nicht ahnenden Völkern: wozu werden sie sie verwenden? Sich untereinander aufzureiben und die endliche Beute des mächtigen Nachbars zu werden. Ein Blick auf die Hebel, die in Bewegung gesetzt werden, um die europäische Türkei aus ihren Fugen zu reissen, zeigt, was das eigentliche Endziel sei des von mancher Seite zur Schau getragenen Strebens, den verschiedenen Völkern der Balkan ־ Halbinsel ihre Nationalität wiederzugeben. Man kann die Politik Thiers’, wie er sie in seiner neuerlichen Rede in der Legislative darlegte, nicht billigen; doch liegt eine tiefe Wahrheit in den von ihm bei dieser Gelegenheit gesprochenen Worten: ״Ihr klagt, dass in der Türkei Räuber herrschen, setzet die Griechen an ihre Stelle und ihr habet nur Räuber mit Räubern vertauscht!“ Ihr setzet, rufen wir unmuthig aus, in Serbien die Serben an die Stelle der Türken, und was ist dabei gewonnen? Ihr habet Unmenschen an die Stelle von Menschen, habet den rohen, unduldsamsten Fanatismus an die Stelle der Duldsamkeit und Milde gesetzt. Serbien ist nun frei, die Türken haben auch die Festung Belgrad's geräumt; wozu benützen die Serbier die Anerkennung ihrer Nationalität? Diese neugeborenen;4.ÜO ׳' 'Nätionäiitäten.'!־- V

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