Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient un der Nordküste Africa's während der letztvergangenen Decennien
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 408 (sequence 8)
- Language
- German
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M8 > Rü 6kb116kauf ZustLüde üüd Ereignisse 6er Juden ־’’׳-' '■"׳ 1 rPiofntcCA rJ pt»' ’Jnrl pw?! Aufenthaltes in Alexandrien für ihn bestimmt war. Man sieht) die Egypter sind keineswegs barbarisch und ungesittet, und ohne grosse Mühe könnte man verschiedene hochcivilisirte Regierungen aufzählen, die sich zu entehren vermeinen würden, wenn sie einen Rabbiner wie einen hohen Würdenträger behandelten. In Alexandrien machte ich die angenehme Wahrnehmung, dass die Schulen sich bereits so sehr entwickelt und vergrössert hatten, dass die Beschaffung eines geräumigeren Locals nöthig war. Ritter Pereira nahm sich dieser Sache an, und bei der allgemeinen Theilnahme der Bevölkerung vergrößerten und vervollkommneten sich diese Anstalten immer mehr. Ich schiffte mich Freitag nach Jaffa ein, woselbst ich am Morgen des siebzehnten Pärnus anlangte. Ich traf dort bei meinem Wirth einen sehr ehrenwerthen und überaus wohlthätigen Israeliten aus Ungarn, der kürzlich ein Opfer der Epidemie geworden, und den Dichter Frankl, der bereits Vorkehrungen zu seiner Rückehr nach Oesterreich traf, die er über Egypten machen wollte. Er erzählte mir von den Hindernissen, die sich ihm in Jerusalem in den Weg gestellt, die ihn aber doch nicht haben zurückhalten können, die Gründung einer Knabenschule durchzusetzen, die sicherlieh gute Erfolge erzielen werde, sobald eine europäische Direction mit Sachkenntniss und Energie derselben ihre Aufmerksamkeit zuwenden werde. Eine Deputation geleitete mich bis an die Thore von Jerusalem, woselbst sich ein grosser Theil der Bevölkerung eingefunden hatte, glücklich und froh, mich wiederzusehen. Wenn mein erster Besuch unter unseren dortigen Glaubensgenossen Hoffnungen erweckt hatte, die nicht leicht, wenigstens ihrem ganzen Umfange nach, zu befriedigen waren, so wollte ich ihnen durch meinen zweiten Besuch den Beweis liefern, dass es sich nicht um ein vorübergehendes, augenblickliches Mitgefühl handelte, sondem dass es vor Allem darauf abgesehen wäre, Einrichtungen zu treffen, deren Zweck die Verbesserung ihres bisherigen kläglichen Zustandes sein sollte, und die wieder andere nützliche Einrichtungen in's Leben rufen würden.