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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 10 · p. Seite 399

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 10
Article
Berlin [Nachricht]
Date
1866-01-01
Page
Seite 399 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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-k. ״*'*,■*'■ - ״XI **'"*ז-״ ן <^י ■ ... I ] ו I I Monats chronik. 399 — Dem ain 12. November wieder zusammen tretenden Abgeordnetenhause wird eine vom Herrn Dr. L. Philippsohn verfasste, von vielen Gemeinden Unterzeichnete Petition um An- Stellung der Juden als Richter und als Lehrer in den öffentliehen Lehranstalten eingereicht werden. London. Sir Moses Montefiore hat an den Präsidenten des Londoner Comite’s der Britischen Juden etc. einen ausführlichen, äusserst interessanten Bericht über die Ergebnisse seiner jüngsten Reise in das heilige Land eingesandt. Da der uns zugemessene Raum nicht gestattet, des Näheren auf diesen Berieht einzugehen, so begnügen wir uns damit, einige Einzelnheiten aus demselben hier wiederzugehen. Die Reise Montefiore’s fand bekanntlich in den ersten Monaten dieses Jahres statt; kurz zuvor hatte die Cholera in Egypten und in Palästina schrecklich gewüthet, von der ärmeren jüdischen Bevölkerung Jerusalems waren nicht weniger als fünfzehn Procent der Krankheit zum Opfer gefallen. Die Hungersnoth hatte das Elend noch vermehrt, und eine furchtbare Heuschrecken-Verwüstung drohte auch die Ernte des neuen Jahres zu vernichten. Montefiore'8 Augenmerk war nun vorzugsweise darauf gerichtet, die Ursachen zu ermitteln, welche die ungeheure Verbreitung der Cholera bewirkt hatten, um dadurch in den Stand gesetzt zu sein, für die Zukunft der Wiederkehr solch furchtbaren Elends vorzubeugen. Die engen, ungesunden Wohnungen, sowie der Mangel an gutem Trinkwasser hatten nach dem Ausspruche der Sachverständigen wesentlich zur Verbreitung der Krankheit beigetragen, und Montefiore lenkte daher die Aufmerksamkeit der türkischen Behörden auf die Erbauung einer Wasserleitung, sowie auf die Gründung gesunder und geräumiger Wohnungen, und stellte die Unterstützung der europäischen Juden zu diesen Zwecken in Aussicht. Sodann gewann er die Ueberzeugung, dass die Noth der palästinensischen Juden auf die Dauer auch dadurch zu beseitigen sei, dass ihnen Gelegenheit gegeben werde, ihre Kräfte auf dem Gebiete der Industrie und des Ackerbaues zu verwerthen. Mit besonderer Genugthimng machte er die Wahrnehmung, dass die Juden Palästina^ eifrig darnach strebten, die Hindernisse zu beseitigen, die ihrer Thätigkeit auf dem Gebiete der Agricultur und Industrie entgegenstanden, und dass die den Juden gemachten Vorwürfe

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