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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 8 · p. Seite 285

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 8
Article
Rückblick auf die Zustände der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient und der Nordküste Africa's während der letztvergangenen Decennien
Date
1866-01-01
Page
Seite 285 (sequence 5)
Language
German
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7׳—77—7־׳— ^-?׳, . u u in Frankreich, Italien, dem Orient u* d. Nordküste Africa’s. 285 Ich gelobte ihr feierlichst, Alles zu thun, was sie’ mir geboten, und reiste bald nach ihrer Beerdigung fort. Ich traf bisweilen Juden, aber sie wagten nicht, die Ceremonie an mir zu vollziehen. Endlich nach einer Reise, die mit meinem Aufenthalte unter jüdischen Zelten mehrere Monate gedauert hatte, kam ich zum Herrn Aboucaya nach Setif, dessen Gärtner ich wurde; von dort schickte man mich nach (Konstantine, wo man wegen der zahlreichen muhammedanischen Einwohnerschaft nicht wagte, die heilige Handlung an mir zu vollziehen, sondern mir den Rath ertheilte, mich zu diesem Zwecke nach Bona zu begeben.u Ich diente ihm als Pathe und nach einem alten Gebrauche, der den Proselyten den Namen des Vaters der Gläubigen beilegt, wie wegen meines persönlichen Vornamens erhielt er den Namen Abraham. So hatte dieser junge Mann den Wunsch seiner Mutter glücklich erfüllt und kehrte nun nach Setif zurück, um bei Aboucaya, der ihn lange Zeit behalten hat, die Gärtnerstelle wieder zu übernehmen. Ich kehrte nach Philippeville zurück und schiffte mich wieder nach Algier ein. Dort hatte ich das Vergnügen, der ersten Preisvertheilung in der jüdischen Schule beizuwohnen, die mit eben so viel Geschicklichkeit als Eifer von dem spätem Grossrabbiner Algeriens geleitet wurde, der während eines mehr als zwanzigjährigen Aufenthaltes in dieser Colonie ein wahrhaft organisatorisches Talent bewiesen hat. Der junge En08, der sich bei den Prüfungen in den verschiedenen Gegenständen besonders ausgezeichnet hatte, ist der Erste, der eine wissenschaftliche Laufbahn eingeschlagen hat, da er später das Lyceum und die Vorlesungen der Pariser Rechtsschule besuchte und dann Advocat wurde. Er ist jetzt Vertheidiger beim Gerichtshofe in Setif, dessen Präsident sowohl durch seine Schriften als durch seinen Einfluss oftmals den ausdrücklichen Wunsch hat merken lassen, junge Israeliten zur juristisehen Praxis heranzuziehen, wodurch sie, wie ihre europäischen Brüder, am leichtesten einer wahren und gründ. liehen Civilisation zugeführt werden könnten.

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