Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Olmütz [Nachricht]
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 240 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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240 Mbnatschronik. Kaufleute plünderte und sich auch an der Person vergriff. r der Juden Paris. Herr Albert Cohn hat die Absicht, in diesem 80mmer wiederum eine Reise nach Palästina zu unternehmen, in Anbetracht der Gefahr drohenden politischen Verhältnisse aufgegeben. Das Journal des Debats äussert sich bei Gelegenheit einer Besprechung des Hirtenbriefes, den der Bischof von Nimes veröffentlicht hat, über die Behandlung der Juden in Born folgendermassen: ״Wir machen unsere Leser auf den Passus des Hirtenbriefes aufmerksam, in welchem der Bischof zum Beweise, dass in Rom Beligionsfreiheit herrsche, von den Privilegien spricht, deren sich die Juden in der Residenz des Papstes erfreuen. Man weiss, dass es nicht gerade zu den Seltenheiten gehört, dass jüdische Kinder unter dem leichtfertigsten Vorwände ihren Familien entrissen und in ein Seminar gesteckt werden, das sie nur wieder verlassen, um bei feierlichen Gelegenheiten dem Papste vorgestellt zu werden, und ihm einige selbstgemachte Verse vorzutragen, eine Ehre, die bekanntlich dem jungen Mortara zu Theil geworden ist. Das ist wahrscheinlich das Privilegium, das der Herr Bischof irn Sinne hat, wenn er von den Vorrechten der Juden spricht. Aber vielleicht wäre den jüdischen Familien die Freiheit des Cultus ohne irgend ein Privilegium, wie inan sie in andern Ländern auffasst, doch lieber. Diese Freiheit würde ihnen gestatten, ihre Kinder selbst zu hüten und zu erziehen, freilich auf die Gefahr hin, die dichterischen Anlagen derselben nicht zur vollen Entwickelung gelangen zu sehen.“ Stettin. Herr Rabbiner Dr. Treuenfels macht bekannt, dass er auf die von vielen Gemeinden Pommerns Unterzeichnete Petition, betreffend die Verlegung des am Sabbat stattfindenden Wochenmarktes auf einen andern Tag, vom Oberpräsidenten der Provinz, Freiherrn von Senfft-Pilsach, einen abschläglichen Bescheid erhalten habe.