Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension] / G.
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 237 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Recensionen und Anzeigen. 237 Dr. M. Jastro w. Vier Jahrhunderte aus der Geschichte der Juden von der Zerstörung des ersten Tempels bis zur maccabäischen Tempel weihe. IV. und 206 8. Heidelberg 1865. Garleb ach. Dieses Werk, das, wie der Verfasser in der Vorrede berichtet, seinen Ursprung einer Reihe von Vorlesungen, zu einem wohlthätigen Zwecke in der Wormser Gemeinde gehalten, verdankt, behandelt in klarer und fasslicher Weise, verbunden mit einer anziehenden Darstellung, die nur bisweilen durch Ungenauigkeit im Ausdrucke gestört wird, die Geschichte der Juden von der Zerstörung des ersten Tempels bis zur maccabäischen Tempelweihe. Der Verfasser tritt durchaus nicht mit der Absicht auf, eine auf selbstständige Forschung und selbstgewonnene Resultate gestützte Darstellung zu liefern, sondern begnügt sich in den meisten Fällen, in anspruchslosem Vortrage, freilich auch ein anspruchsloses Publicum voraussetzend, den ihm in den Quellen gebotenen Stoff darzulegen, und die von den früheren Forschern erzielten Resultate zu verwerthen. Anzuerkennen ist die Art und Weise, wie der Verfasser zur Veranschaulichung der historischen Verhältnisse und Ereignisse Parallelen aus der Geschichte des klassischen Alterthums und der Neuzeit herbeizieht; nur hätten wir manchmal eine engere Verbindung und minder episodenartige Einschaltung gewünscht, die freilich der lebhafte Vortrag besser als die schriftliche Darstellung verträgt. Einen angenehmen Eindruck macht auch die Pietät und die rücksichtsvolle Behandlung, die der Verfasser der Bibel angedeihen lässt; doch glauben wir, dass das kritiklose Aufnehmen der gebotenen Nachrichten auch auf die nichtbiblischen Quellen ein wenig zu weit ausgedehnt ist. Wir hätten ferner eine eingehendere Charakteristik der auftretenden Persönlichkeiten, wie Jeremias, Jecheskel, Esra, Nehemia und Anderer gewünscht und glauben, dass der Verfasser sich durch diesen Mangel eines die Darstellung in bedeutender Weise belebenden Momentes begeben hat. Wir glauben endlich noch ganz besonders auf die Vorlesung über das Buch Esther aufmerksam machen zu müssen. Hier bietet uns der Verfasser eine auf selbstständige Ansichten