Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient und der Nordküste Africa's während der letztvergangenen Decennien
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 207 (sequence 7)
- Language
- German
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;Ifrin Frankreich,Italien, dem Orient u. d. Nordküste Äfrica’s. 207 der Stadt, die Fortis, Araris, Piciottos blieben immer ein geschlossen und befanden sich unter dem Drucke der schrecklichen Verleumdungen, die man überall verbreitete, um die Bevölkerung Syriens, Palästina^, ja selbst Egyptens gegen unsere Glaubensgenossen aufzuregen. Die Gräuelthaten und Beschimpfungen, die man auf die unglückliche Bevölkerung häufte, überschritten alle Grenzen. Unter dem 3. Mai 1840 erhielt Herr Daurin vom Vicekönig eine Ordre an seinen Sohn, den Gouverneur von Damascus, die also lautet: ״Der österreichische Generalconsnl, Herr Daurin, hat uns benachrichtigt, dass einige rohe Individuen die in Damascus wohnenden Juden misshandelt, und dass diese, nachdem sie der Regierung hiervon Anzeige gemacht, keine Gerechtigkeit gefunden haben. Da diese von Ihnen geduldeten Beschimpfungen gegen meinen Willen sind, wollen Sie in Zukunft Diejenigen, die sich dergleichen zu unterfangen wagen sollteil, daran verhindern. Zu diesem Zwecke wurde Gegenwartiges ausgefertigt, beim Beginne des Monats Rabi-alaval (1256) (3. Mai 1840). Muhammed-Ali.a Diese Ordre kam zur rechten Zeit an, denn die armen Juden wagten nicht, sich in den Strassen von Damascus zu zeigen, wo der Fanatismus und alle schlimmen Beidenschäften des Pöbels gegen das Vermögen der Israeliten angereizt waren. Wie weit sich die französischen Be amten vergassen, und mit welcher Härte sie verfuhren, ist ganz unglaublich. So erlaubte man sich von Seiten des französischen Consulats, in der Wohnung des Unglückliehen Buriada Nachsuchungen anzustellen; und während er unter Folterqualen starb, beschimpfte man seine junge Frau, eine Tochter von Salomon Mayer aus Cronstadt, indem man von ihr Biebesiieder und Liebesbezeugungen verlangte! Der österreichische Generalconsul, Herr Laurin, wie die englischen Consuln legten sich gleichzeitig im Namen der Menschlichkeit in’s Mittel, und der Vicekönig, unan־ genehm berührt von allen diesen Nachrichten, wünschte Nichts sehnlicher, als von der Last dieses Processes be-