Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Bukarest [Nachricht]
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 200 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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200 Monatschronik. \ Monatsehronik. Bukarest. Die Hoffnung, welche unsere Glaubensgenossen auf die provisorische Regierung gesetzt hatten, ist bitter getäuscht worden. Der Geist der Unduldsamkeit ist in höheren und niederen Kreisen vorherrschend, bei der Bildung der Nas tionalgarde ist den Juden der Eintritt in dieselbe untersagt worden. Es ist das um so auffallender, da viele jüdische Offieiere in der rumänischen Armee dienen und sich ihrer Ae!nter bis jetzt im höchsten Grade würdig gezeigt haben. Hamburg. Am 10. April verstarb hierseihst der Prediger am neuen israelitischen Tempel, Dr. Naftali Frankfurter, und wurde am 15. unter grosser Theilnahme der Bevölkerung zur Erde bestattet. V London. Das Programm des Dr. B. Zuck ermann ״Sabbathjahreyclus und Jobeiperiode“ ist im Aufträge des chronologischen Instituts zu London und auf Kosten eines seiner Mitglieder, des Herrn J. W. Bosanquet (christlicher Confession), in'8 Englische übertragen worden. (Jahresbericht des jüd.-theol. Seminars, 1857.) Madrid. In der Versammlung der Cortes wurde neulich über die Freiheit der verschiedenen Religionsbekenntnisse discutirt. Bei dieser Gelegenheit äusserte ein Priester, Spanien habe durch die Anerkennung des Königreichs Italien genug gesündigt, die Gewährung der Glaubensfreiheit würde allen wahren Katholiken Spaniens die Liebe zu ihrem Vaterlande völlig rauben. Der Staats minister erklärte sich im Allgemeinen mit den Worten dieses Priesters einverstanden. — Auch in Portugal stiess der Antrag eines Mitgliedes der Deputirtenkammer, die Glaubensfreiheit betreffend, auf grossen Widerstand, und selbst liberale Zeitungen geriethen ob dieses unerhörten Vorschlages in Harnisch. Doch wird der Geist des Fortschritts, der in Portugal herrscht, auch über die religiösen Vorurtheile hoffentlich schon in kurzer Zeit den Sieg erringen.