Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Bern [Nachricht]
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 478 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Monatschronik. :;.‘•478 - sowie dem Bunde bleibt Vorbehalten, für Handhabung der öde ntliehen Ordnung und des Friedens unter den Confessionen und Religionsgenossenschaften die geeigneten Massnahmen zu treffen.“ Der Antrag auf Streichung des Artikels 58 der Bundesverfassung, welcher den Orden der Jesuiten und die ihm verbündeten Ge- Seilschaften aus dein ganzen Umfange der Eidgenossenschaft verbannt, wurde abgelehnt. Eben so wurde der Recurs vom Canton Baselland zurückgewiesen, welcher gegen das in dem Handelsverträge mit Frankreich den französischen Israeliten zugestandene Niederlassungsrecht in allen Cantonen der Schweiz gerichtet ist. Wie man hört, will sich Canton Baselland mit dieser Entscheidung jedoch nicht beruhigen. Jerusalem. Die Cholera, die im heiligen Lande bereits im Abnehmen begriffen war, ist seit einigen Wochen mit erneuter Heftigkeit ausgebrochen und hat bereits zahlreiche Opfer gefordert. Es herrscht gegenwärtig das grösste Elend unter unsern Glaubensbrüdern in Palästina, und die freiwilligen Spenden der europäischen Juden müssen noch reichlich fliessen, soll die schreckliche Noth nur einigermassen gelindert werden. Bis Ende October waren ungefähr 72,000 Tlialer aus Europa nach Palästina abgesandt, eine Summe, die bei Weitem nicht hinreicht, dem Elende wirksam zu steuern. Wien. Der Verein zur Unterstützung mittelloser israelitischer Studirender in Wien hat seinen vierten Jahresbericht, vom 1. October 1864 bis 1. October 1865 reichend, veröffentlicht. An Stelle des verewigten Isak Noa Manheimer, des Gründers, wärmsten Beförderers und Obmanns des Vereins, ist dessen Sohn, Herr Eduard Mannheimer in den Vorstand berufen worden. 119 Studirende aller Facultäten haben von dem Vereine Unterstützungen, Zuschüsse zu den Rigorosen und Promotionskosten im Gesammtbetrage von 2611 Fl. öst. W. erhalten. Am Schlüsse des Berichtes spricht der Vorstand den sicherlich von einem jeden sich für die Wissenschaft Interessirenden gelheilten Wunsch aus, dass der Verein durch zahlreiche Spenden in den Stand gesetzt werde, sein segensreiches Wirken fortzusetzen, und noch ausreichendere und vielseitigere Hülfe der studirenden Jugend zukommen zu lassen.