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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1865-01-01 · Heft 11 · p. Seite 440

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
14 (1865)
Issue
Heft 11
Article
[Nachricht] / Frankel, Zacharias
Date
1865-01-01
Page
Seite 440 (sequence 2)
Language
German
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Nekrologe. denen er zu dem König Johann von Sachsen bei dessen ThronbeSteigung im Jahre 1854 herantrat: ״Ich bringe Ew. Majestät die Condolenz der evangelischen Geistlichkeit des .Landes, und die meines abwesenden Collegen Dr. Frankel tder Unterzeichnete.war einige Tage vorher nach Breslau abgegangen), und empfehle Ew. Majestät Gnade und bekanntem Gereehtigkeitssinne die von uns vertretenen Gemeinden.“ So vertrat dieser Edle das Recht der Juden! Und mit gleicher liebender Th eilnähme interessirte er sich für Synagoge und Schule der Israelitischen Gemeinde zu Dresden: er war bei jeder Schulprüfung gegenwärtig und erschien bei der im Mai begangenen Jubiläumsfeier der Synagoge in vollem Ornate; an seinen freundlichen Blicken nahm man wahr, dass er sich wahrhaft mit der Geineinde freute. Der Oberrabbiner zu Dresden, Herr Dr. M. Landau hat im Dresdner Journal No. 213 einen Nachruf veröffentlicht, der den Dahingeschiedenen ganz würdigt und aus dem wir folgende Stellen wiedergeben: ״Humanität, Gerechtigkeit und Liebe gegen den Schwachen war einer der glänzendsten Edelsteine in der strahlenden Tugendkrone dieses Mannes. . . . Es war aber die himmlische Liebe in dem Herzen nnd das echte Wahrheitsstreben in dem Geiste dieses Mannes, weiche ihn zum freimüthigen Vorkämpfer der Gewissensfreiheit und zum unerinüdiichen Anwalt der Schwachen machten, so dass er unbekümmert um Lob und Tadel, ja selbst auf die Gefahr hin, hier und da zu missfallen, jegliche Gelegenheit ergriff, wo es galt als Muster der Menschenliebe hervorzutreten. ... O möge Dein hoher Sinn, der leider so selten, auch fortleuchten auf Erden und die Menschen belehren über des Propheten Wort: ״Haben wir denn nicht Alle Einen Vater und Ein Gott hat uns erschaffen, warum sollten wir lieblos handeln Einer gegen den Andern?" Dein hoher Sinn möge sie belehren über die Liebe, als die erobernde Macht über Menschenherzen, als den sichersten und würdigsten Herold des ersehnten Gottesreiches auf Erden! So möge sich das Wort bewähren, das wir Dir, als dem Muster echter Liebe und wahrhafter Frömmigkeit, nachrufen: ״Das Andenken des Gerechten bleibt zum Segen.“

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