Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient und der Nordküste Africas's während der letztvergangenen Decennien
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 415 (sequence 15)
- Language
- German
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: ■. in Frankreichs Italien, dem Orient ü;‘;ä. Nordküste Afilcä^s; 415 Gott beten, dass er fördere und erfülle den einzigen Wunsch des Königs: Alle seine Kinder, alle Franzosen glücklich zu machen. - Herr Aeltester! ln den unglücklichen Zeiten befahl man den Geistlichen der Culten Dankgebete bei dem Gewinn dieser oder, jener Schlacht; diese Geistlichen gehorchten zitternd und hegten im Geiste Wünsche für den Frieden, die sie nicht durften laut werden lassen. Unser erhabener rechtmässiger Fürst war, obschon Antheil nehmend an dem Ruhm unserer Krieger, nicht minder in diesen verschiedenen Zeiten über das Unglück seiner Unterthanen betrübt. Er sann, er dachte nach in seiner stillen Zurückgezogenheit, er berechnete in seiner Gerechtigkeit, in der väterlichen Güte seines Herzens die Mittel, um eines Tages durch einen ehrenhaften und festen Frieden das Glück einer, von Ruhm gesättigten Kation zu sichern. ״Der Frieden ist geschlossen, er ist unterzeichnet und ratificirt, ist festgestellt auf sicherer Grundlage. Tage der Stille, der Heiterkeit, der Hoffnung und des Glückes werden von nun an über Frankreich leuchten und stürmischen Tagen folgen. Möge dafür dem Höchsten gedankt sein und dem würdigen Werkzeug seiner Barmherzigkeit! Beeilen Sie sich, mein Herr! diese Wohlthat der Vorsehung den Gläubigen Ihrer Confession mitzutheilen : versammeln Sie sie in ihren Tempeln, um dort gemeinschaftlich nach Ihrem Ritus die für solche glückliche Gelegenheiten hestimmten Gebete anzustimmen.“ Interessant ist ein Schreiben des Consistoriums vom 14. Mai, aus welchem hervorgeht, ״dass trotz des überlegenen Geistes Dessen, der das Sanhedrin zusammenberufen und hierdurch ein Zeugniss der Sympathie für unsern Cultus gegeben, derselbe doch nicht wagte, ihn gleich den andern Religionen zu behandeln. LudwigXVIII. nahm zuerst die Vertreter unserer Glaubensgenossen regelmassig auf und gab den Befehl, dass diese Aufnahme in dem ofticiellen Moniteur veröffentlicht werde, was bis dahin nicht geschehen war.“ (Fortsetzung folgt.)