Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient und der Nordküste Africas's während der letztvergangenen Decennien
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 413 (sequence 13)
- Language
- German
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in Frknkreich, Itälien‘, dem Orient u. d. Nordküste Africä’s. 413 damaligen Armseligkeit der Gemeinde und der Verwaltung sprechende Thatsachen vor. Mit den Reden, die in jener an Siegen so reichen Zeit gehalten werden mussten, wurde stets der Ritter von 06logna betraut, der, wie es scheint, der einzige Rabbiner war, der sich französisch auszudrücken vermochte. Es findet sich eine grtfsse Anzahl Briefe dieses gelehrten Rabbin er8, in welchen er sich entschuldigt, nicht immer verschieden über denselben, sich oft wiederholenden Gegenstand predigen zu können. Folgendes ist die Formel eines der Briefe, wie sie der Minister häufig an den Aeltesten des Consistoriums der Synagoge von Paris richtete: ״Paris, 21. Mai 1811. Mein Herr! Es ist der Wille Sr. kais. königl. Majestät, dass am nächsten 9. Juni in Ihren Synagogen nach Ihrem Ritus mit der grössten Feierlichkeit ein Te Deum als Dankgebet für die Geburt des Königs von Rom gesungen werde. Sie haben schon mehreremal Gelegenheit gehabt zu erkennen, dass Gott unaufhörlich die edlen Unternehmungen unseres unsterbliehen Kaisers für das Wohl seiner Völker geleitet und mit den glänzendsten Erfolgen gekrönt hat; der grösste Beweis dieses göttlichen Schutzes zeigt sich nun in dem von Gott geoffenbarten Willen, solche grosse Werke durch eine Nachkommenschaft, welche bestimmt ist, in diesen grossen Pfaden zu gehen, zu verewigen. Ich habe die Ehre u. 8. w. Der Minister der Gülten. Graf Bigot de Preameneu.“ Die Siege bei Tann, Eckmühl, Regensburg, der Einzug in Wien, die Siege von Enzendorf und Wagram, der Friedensschluss im Jahre 1809, die Schwangerschaft der Kaiserin im Jahre 1810 und die Geburt des Königs von Rom im Jahre 1811, der Uebergang über den Niemen, die Dwina, den Dniepr, die Gefechte von Mohilew, Brissa, Plotzk, Ostrowno, Smolensk, endlich die Schlacht an der Moskwa waren eben so viele Veranlassungen, um, nach dem Ausdrucke des Ministers der Gülten, Dankgebete zu Gott emporzusenden. Im Laufe des Jahres 1809 kündigten Dalmbert, Mardocke und Polenais dem Consistorium den Austritt ihrer