Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Magdeburg
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 365 (sequence 5)
- Language
- German
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-ןZur Geschichte der Jaden in Magdeburg. 365 er höre, zu Eisleben gefangen genommen sei, dass er Beider Vermögen mit Beschlag belegt habe, und dass es bei der Beschlagnahme, so wie bei der Haft der ״Schmiedeknechte“ bis zur Rückkunft des Erzbischofs verbleiben solle. Weiter erfahren wir von dem Verlauf der Sache und von den Juden überhaupt bis zu ihrer etwa neun Monate später erfolgten Austreibung Nichts. Aber es ist unschwer, die Lücke durch Couibination auszufüllen. Da sowohl die Stadt, wie die Geistlichkeit gegen die Juden aufgebracht war, so werden Beide Nichts versäumt haben, auch den Erzbischof gegen die Juden einzunehmen. Und gar grosser Mühe wird es nicht bedurft haben; denn bei allem Rechtsgefühle, das den Erzbischof beseelt zu haben scheint, war er doch den Juden abhold genug, um den allerlei erdichteten und grundlosen Beschuldigungen, welche man gegen sie erhob, Glauben zu schenken. Denn dass auch hier böswillige Erdichtung und gehässige Uebertreibung das Meiste gethan, geht aus dem Austreibungsedicte hervor, in welchem gesagt wird, dass die Juden ״sehr ungebührliche Handlungen wider die heilige Kirche und erzbischöfliches Gebot und Ordnung mannichfaltig geübet.“ Wäre es der Fall gewesen, dass die Juden ausser der Affaire mit den Mönchen — welche übrigens von dem Möllnvogt selbst als eine ganz unschuldige Begegnung hiugesteilt wird — noch eines anderen Vergehen8 sich schuldig gemacht hätten, so würde dasselbe sicher nicht verschwiegen worden sein. Und ist es denkbar, dass die Juden nach jener Begegnung mit den Mönchen unvorsichtiger Weise irgend eine Schuld auf sich geladen und so die ohnehin schon gereizte Stimmung noch mehr erbittert haben sollen? Vor jenem Ereignisse aber wird sicher von den Juden kein Unrecht verübt worden sein, da wir noch nach demselben den Erzbischof auf der Seite der Juden ihre Rechte gegen den Rath der Stadt wahrnehmen sahen. Uebrigens wird auch durch eine alte Nachricht die Vermuthung bestätigt, dass ein feindseliger Sinn allerlei Beschuldigungen gegen die Juden MUL {־:■' * '•־