Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Magdeburg
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 362 (sequence 2)
- Language
- German
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MM?"?’ן*-׳ "^71^.. «X V ,, י.der •Juden in. Magdeburg ״f Zur Geschichte ' deutenden Anlasse kam sie zum Ausbruch. Nach einem wahrscheinlich für einen Rath des Erzbischofs ausgefertigten Berichte des Möllnvogts, d. i. des Erzbischöflichen Justitiars, der sicher nichts־ Nachtheiliges verschwiegen oder den Juden günstig dargestellt hätte, so wie nach einem Immediatberichfce desselben (Beilage V. und VIII.), waren zwei Juden kurz nach Ostern des Jahres 1492 aus Magdeburg gen Nürnberg geritten. Unterwegs, etwa eine halbe Meile von Magdeburg, stiessen sie auf zwei Barfüssermönche, einen Priester und einen Laienbruder. Da nun das Pferd des einen Juden, wie es scheint vor dem Anblick der Mönche scheu geworden und mit seinem Reiter durchgegangen war, so entstand zwischen diesem, nachdem er seines Pferdes Herr geworden, und den Möneben ein Wortwechsel, wobei der Jude den Priester verwegen anfuhr und sein Schwert, wie zum Angriffe, halb aus der Scheide zog. Allein sein Begleiter verwies ihn wegen seines Betragens mit den Worten: Du Narr, sieh, dass Du uns beide zu Schaden bringst! Damit ritten die Juden, ״ohne dass eine Verletzung geschehen war-" ihres Weges weiter. Nachdem dann der Möllnvogt, dem die Angelegenheit bald kund ward, die Juden verfolgt aber nicht eingeholt hatte, kam er mit dem Dompropst überein, die Sache geheim zu halten, damit die Juden, nicht etwa durch das Gerücht, dass man auf sie fahnde, von der Heimkehr abgehalten würden und so der Strafe sich entzögen. Dieser Beschluss ward auch den beiden Vor- Stehern der Judengemeinde mitgetheilt. War die An gelegenlieit so schon wichtiger, als nöthig war, behandelt worden, so sollte sie gleich die Bedeutung eines haarsträubenden Verbrechens gewinnen. Denn am Sonntage darauf machte der Mönch die Begegnung mit den Juden, ״die er grösser, als sie an sich war, darstellte," zum Gegenstande seiner Predigt, ״denn da die Vögte und Gewaltigen nicht darum fchäfcen, so müsse er Solches seinen Brüdern den Schmiedeknechten, Schustern und Anderen klagen, damit sie für die Unbill an den Juden Rache nähmen." Damit war der Funke hingeworfen, der den überall an gehäuften Brennstoff des Judenhasses zu lichter-