Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Magdeburg
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 331 (sequence 11)
- Language
- German
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Zur Geschichte der Juden in Magdeburg. 331 ding instille vnnd geh eym halten uff das die Jo denn nicht verwarnth worden so sie vonn nürnbergh kommen worden ich wölt Im recht thun. Des ist nü als ich verster sine gnaden nicht gesettigt, vnnd evernn gnaden sulchs zugeschriben dar auff ewer gnaden mir ouch die ding ingeheym vnnd die Jodenn zühant habenn vnnd bisz am ewer gnaden ö) zehalten geschriben hat, dem nach habe ich die ding heymlich bie mir behalten in vertruwen die Joden solten sulchs nicht erfaren haben, So hat der monnich amm Sontag Jubilate an irer ldrcbmisse dar vonn gepredigt, vnnd die ding grosser dan ann sich selbsz ist gemacht, So das die smedeknecht bewagenn sin dt geworden, vnnd dar auff sulche that wie ich zuuore geschriben begangenn, derwegenn nicht geringe liendel zwuschen dem rath in der olden Stat vnnd mir der gericht halben sich begeben habenn die ich an6 muntliche vnderrichtunge nicht schriben kann Ich bin ouch von 8 tun dt so sulche gewalt auff6m nunmarght geschehenn, zü dem gardian in das parfusser kloster gegangen vnnd die eldisten mit denselbten predigern verheischenn lassenn, vnnd Im gesagt das mich sulch er lichtfertigen predig dar ausz mordt vnd allerlei bosze entsthen muchte vorwundere, er hat sich aber mit etlichen warten entschuldigt taliter qualiter, vnnd mich der Ding von den Joden in obgeschribener gestalt gescheenn auch vnderrichtungen getan, vnnd als dann die Joden sulchs erfarenn vorsten ich das eyner zü Iszleuen 6) gegriffen sin soll Ich habe ouch alle ire guttern verhafft vnnd bekümmert, wie wol des gefangnen mütter spricht er habe nichts eigens werden die ding bisz zü ewer gnaden zukünfft in suleher kummer verblibenn, des geliehen hüben ouch die smedeknecht in der verstrikunge wie zuuorenn an ewer gnaden cantzlie 7) geschriben vnnd die sachenn sindt von mir vorsetzüchen an ewer gnaden vngeschriben nicht vorhalteil 8) Ich habe ye gemeynt ewer gnaden were der ding von ה) Hier ist wohl das Wort ״Herkunft“ ausgefallen. Der Erzbischof befand sich damals in Halle. 6) Eisleben. r) Damit ist wohl das vorstehende Schreiben gemeint. 8) Er will sagen, dass er vorsätzlieh über die Angelegenheit nicht an den Erzbischof geschrieben.