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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1865-01-01 · Heft 8 · p. Seite 320

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
14 (1865)
Issue
Heft 8
Article
Dresden [Nachricht]
Date
1865-01-01
Page
Seite 320 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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fe" 320 ■ ׳K?:;‘1<ר׳??״יף־ Monats chronik. in der sehr gehaltvollen Predigt unter Anderem dankbar des Fortschrittes in der Emancipation, dessen sich die Juden Sach־ sens erfreuen. Eine Festsammlung zur Erwerbung eines Schul- und Gemeindehauses ergab die beträchtliche Summe von mehr als 3000 Thlr., auch wurde die Predigt zu diesem Zwecke dem Drucke übergeben. Neuss. Der hiesige Magistrat hat der jüdischen Gemeinde eine namhafte Summe als Beitrag zum Bau einer neuen Synagoge zugewiesen, worüber die katholische Geistlichkeit grosses Geschrei erhebt. Olsnifcz (Ungarn). Als ein nachahmungswürdiges Beispiel von Toleranz und Humanität verdient folgender edler Zug eines ungarischen Magnaten constatirt zu werden. Der Graf Zapari, welcher der hiesigen Gemeinde zum Erweiterungsbau ihrer Synagoge eine bedeutende Unterstützung hat zukommen lassen, nahm an der am 26. Juni stattfindenden Feier der Grundsteinlegung Theil und legte selbst den ersten Grundstein. Nach der Rede des Rabbiners Hrn. Leopold Kaufmann, ergriff der Graf das Wort und sprach: ״Meine Herren! Es freut mich unendlieh, dass Sie mich zu diesem heiligen Akte gerufen haben; ich achte und schätze jede Religion und beuge mich vor derselben im Bewusstsein, dass jede nur auf Moralität beruhen kann. Es freut mich auch, Ihnen sagen zu können, dass die finsteren Zeiten, in denen mancher Zwist durch Religionsstreitigkeiten entstand, vorüber sind. Die Schranken sind nun gefallen, wir werden uns in Zukunft brüderlich die Hände reichen und werden nicht unterscheiden, ob Israelit, ob Katholik, sondern nur Einer den Anderen in aufrichtiger Nächstenliebe als Mensch betrachten. Fahren Sie fort, m. H., auf dem Wege der Civilisation und Moralität zu wandeln, trachten Sie Ihre Kinder auf dieser Bahn erziehen zu lassen, damit sie stets der Achtung und Liebe ihrer nicht israelitischen Brüder würdig bleiben. Ich werde stets, eingedenk des heutigen Tages, Ihrer bedacht sein."

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