Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1865-01-01 · Heft 4 · p. Seite 130

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
14 (1865)
Issue
Heft 4
Article
Geschichte der Juden in Posen
Date
1865-01-01
Page
Seite 130 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2829318-2829323-2861178--09105-2861210
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

130 Geschichte der Juden in Posen. von schweren Unglücksfällen betroffen: Kaliseh und Lissa von Pest und Feuersgefahr, Krotoschin, Peisern, Schrimm, Gnesen, Kurnik und Grätz von verheerenden Bränden, und die Posen er Gemeinde musste, obgleich selbst erschottert und tief verschuldet, den verunglückten Nachbargemeinden mit Unterstützungsgeldern zu Hülfe kommen 3*2). 1713 wurden die von Posen zur Synode nach Warschau entsandten Deputirten unterweges von einem Edelmann, der Forderungen an die Posener Gemeinde hatte, aufgehoben und erst nach langen Unterhandlungen auf Grund neuer Schuldverschreibungen freigelassen 33). In demselben Jahre erliess das Assessorengericht zu Warschau auf Vorstellung des Posener Magistrates ein Er״ kenntniss, das den Juden einschärfte, an christlichen Feiertagen ihre Waaren nicht feilzubieten, ihre Kaufläden geschlossen zu halten und die Andacht der Kirchengänger durch lautes Schreien.nicht zu stören34). 1714 schwebte ein Prozess zwischen Magistrat und Gemeinde wegen angeblicher oder wirklicher Verletzung der den Juden eingeräumten Handelsbefugnisse. Die Gemeinde ertheilte ihren Angehörigen in Folge dessen den guten Rath, sich in Zukunft mit dem, dem Magistrat besonders anstössigen Verkauf von Branntwein nicht mehr zu befassen 3י־). Ein anderer Jahre lang geführter Prozess über die Grenzen des Judenviertels wurde von der Gemeinde in erster und 32) Die den Gemeinden geleistete Unterstützung betrug ungefähr 200 Thlr., ausserdem 11688 17 1 9 die Posener der Kalischer Gemeinde die Unterstützungssumme von 1000 Gulden zukommen (GB. II, 76a). In Lissa wüthete die ״Pest vom 24. Juli 1709 bis in den Sommer 1710. Den Juden wurde, weil sie in deren Mitte ausbrach, geboten, die Stadt zu verlassen; gegen 8000, wohl übertrieben, mussten heraus und scliliigen sich Hütten auf den Feldern auf. Allein die Pest blieb.“ (Wuttke, Städtebuch S. 358). 33) GB. H, 93 b. 34) Dekret von Warschau, 12. August 1713 (Akten der Commission der g. Ord. II, 1542—43). 3s) GB. I, 257b, 263b.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.