Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Geschichte der Juden in Posen
- Date
- 1865-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Geschichte der Juden in Posen. Von Dr. J. Perl es. (Zweiter Artikel.) Ueber die inneren Gemeindeangelegenheiten während des XVII. Jahrhunderts bietet das handschriftliche Gemeindebueh zahlreiche Aufschlüsse. Die Gemeindeverwaltung ist eine streng centralisirte. Da der Vorstand für sämmtliche Mitglieder der Gemeinde solidarisch haften muss, so liegt ihm die Pflicht ob, die Thätigkeit der Einzelnen genau zu regeln und zu überwachen. Innerhalb des Judenviertels bildet der Vorstand eine autonome Behörde; er treibt die dem Könige und den Behörden zu entrichtenden Steuern ein: die Grundsteuer (Szos, Poradlne), das Marktgeld (Targowe) und die Rauchfangsteuer (Podymne)1), er repartirt die zur Bestreitung der Gemeinde- und Synagogenbedürfnisse erforderliehen Summen2), regelt das Armenwesen, fixirt den 13 Im Gemeindebuche: ברדאן,שאס oder פרדאן (das Einige fälschlieh für: ״Pardon“ hielten), פאדימנוס ,טרגווי; über diese Steuern vgl. Wuttke, Städtebuch des Landes Posen S. 214. Auf die Grundsteuer: Poradlne, wird in den Gemeinde-Statuten das grösste Gewicht gelegt, sie wird gewöhnlich מעמד ומצב קהלתנו genannt, und das handschriftliehe Kuntres 11. enthält einen מי שברך für כ<ד מי שיהא נזהר ונשמר מכל משטר שיתן הברדאן כחוקה ובזמנה. 2) Die Repartirung der Gemeindeabgaben besorgte die aus dem Vorstande gewählte Einschätzungscommission (שמאים), die das muth- Frankel, Monatsschrift. XIV. 3. 7