Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das jüdisch-theologische Seminar zu Breslau
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 60 (sequence 2)
- Language
- German
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hat dieses Vertrauen reichlich belohnt. Organisation ist nun zu ihrer Vollendung gelangt: äer^W^^r Errleh-H tung erfasste Plan erwies sich bei dem devf Idee in die Wirklichkeit als bewährt und hat nun schorr^^seg-;( nete Früchte getragen. Sieben aus der Anstalt hervorgegangene Theologen wirken als Rabbiner und Prediger in verschiedenen Gemeinden, viele Hörer des Lehrerseminars haben An- Stellungen als Lehrer gefunden : und das stets wachsende Vertrauen zu der Anstalt, wovon ihr von vielen Seiten ehrende Beweise entgegenkommen, rechtfertigt die freudige Zuversicht, dass, was dieses Decennium vollendet, sich zu noch vollkomm־ nerer Reife gestalten und die Reihe der Jahre vielfachen, von dieser Anstalt ausgegangenen Segen zeigen werde. Doch in dieses freudige Gefühl mischt sich ein bitterer Wermuthstropfen. Von den Männern, die kräftig Hand anlegten und mit unausgesetzter Sorgfalt das Werk förderten, sind zwei im Laufe dieses Jahres der Anstalt durch den Tod entrissen worden. Herr Curator Sanitätsrath Dr. J. Levy verstarb plötzlieh den 22. Juni, und ihm folgte den 31. August Herr Curator L. Milch in ein besseres Sein. Das Seminar, dessen Gedeihen sie mit der hingehendsten Anhänglichkeit förderten, fühlt sich umsomehr von tiefem Schmerz durchdrungen, als sie nahe dem Abschlüsse des Decenniums, dem sie mit vieler Sehnsucht entgegensahen, dem Leben entrückt wurden. Es war der Beschluss der Vorsehung, deren Wege unerforschlich sind; das Seminar wird das Andenken dieser Männer stets mit Hochachtung bewahren, sie haben sich in ihm ein ehrendes Denkmal gesetzt. — An die Stelle der Hingeschiedenen sind die Kgl. Gerichts- Assessoren Herr Dr. S. Mark und Herr H. Milch als Curatoren der Commerzienrath J. Fraenckel’schen Stiftungen getreten; die schon während der kurzen Zeit ihrer Amtsverwaltung entwickelte Thätigkeit legt Zeugniss ab, dass der Geist der Verewigten auf sie übergegangen. Der Anstalt war es auch in diesem Jahre gegönnt, den Manen des Stifters lebendige Denkmale zu errichten. Zwei Hörer, die Herren Dr. M. 8. Zuckermandl aus Ungarisch-Brod, Mähren, und Dr. J. Wallerstein aus Siegburg, Rheinpreussen, wurden, nachdem sie in einem rigorosen mehrtägigen Examen ihre rabinbische Reife bekundet hatten, am 27. Januar feierlich im Bei-