Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Cassel [Nachricht]
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 404 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Monatächronilc, Förderung des Judenthums ein Capital von 25,000 Thalern h in* gestellt■• um von dessen Zinserträge für alle Zweige des Wissens jüdische Jünglinge resp. Jungfrauen zu unterstützen, und hierdurch begabten Kindern unbemittelter Eltern die Ergreifung eines wissenschaftlichen Berufes zu ermöglichen oder zu erleichfern. So werden in diesem Jahre neun Stipendien mit einem Totalbetrage von 930 Tlilrn, zur Vertheilung gelangen. Frankfurt. Die gesetzgebende Versammlung hat den urspriinglich von ihr beantragten und nach Genehmigung des Senates ihr zur Abstimmung vorgelegten Gesetsentwurf, die Aufhebung der Beschränkungen der Landbewohner und Israeliten in den staatsbürgerlichen Rechten, mit der verfassungsmässigen Stimmenmehrheit (zwei Drittheile der Versammlung) angenommen.. Es hat nach der Verfassung nun noch, die Gesammtbürgerschaft mit Ja und Nein zu stimmen, was im Laufe dieses oder Beginn des nächsten Monats stattfinden wird. ' Paris. Herr Albert Cohn, der unermüdliche Regenerator der Culturverhältnisse unserer Glaubensgenossen im Orient, hat neuerdings wieder eine Pilgerfahrt nach Egypten und Palästina unternommen, um. sich von dem Fortgange der zum grossen Th eile unter seiner persönlichen Mitwirkung entstandenen Bildungs- und Verpflegungsanstalten zu überzeugen. Er besuchte bei dieser Gelegenheit u. A; Alexandrien, Kairo, Jaffa, Jerusalern, Zephat. Hebron und Damaskus, überall prüfend, anregend und fördernd. In Damaskus wohnte er einer in ihrer Art einzigen Feier, der Grundsteinlegung der ersten jüdischen Knabenun .1 Mädchenschule hei, die in Gegenwart des Gouverneurs von Damaskus und der daselbst residirenden europäischen Consuln stattfand. Herr A. Cohn hielt bei dieser Gelegenheit drei Reden in arabischer, französischer und hebräischer Sprache, und wies darin auf die bekannten traurigen Ereignisse von 1840 hin. Und wahrlich, inmitten der im civilisirten Westen noch immer so üppig blühenden Intoleranz und der erst kürzlich wieder zu Tage getretenen (8. Rom) kläglichen Schwäche der europäischen Diplomatie, sobald es gilt, dem seligmachenden Glaubenszvvang der päpstlichen Curie entgegenzutreten, registriren wir nßt dankbarer Genugthuung die Thatsache, dass in derselben Stadt, wo vor 24 Jahren, wenn auch nicht unter Mitwirkung, so doch unter stillschweigender Sanction des französischen Oonsuls