Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Geschichte der Juden in Posen
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 333 (sequence 13)
- Language
- German
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Geschichte der Juden in Posen• 333; Leben kostete und der Posener Judenschaft nach den in der Klageschrift enthaltenen Angaben einen Schaden von ungefähr 100,000 Gulden verursachte. Ein ganz unbedeutender Vorfall gab zu dem Aufstande Veranlassung: Ein Jude, der zum Christenthume übergehen wollte und sich im Hause eines christlichen Buchhändlers vorbereitete* 11), wurde von seiner Frau, man weiss nicht aus welchem Grunde, daselbst besucht. Die anderen Juden suchten die Frau von dem Besuche abzuhalten und zerr- Nos itaque Vladislaus! Rex supranotatus praeinsertas literas ac vadiorum interpositiones, consuetudines, emptionesarearum, venditiones, mercantiae liberum exercitium ad supplicationem nomine Judaeorum Pozuaniensium factam approbamus ratificamus et eonfirmamus inquantum juris est et usus earum habetur, volentes easdem vim et robur perpetuae firmitatis habere et ab omnibus inviolate observari debere. In cujus rei fidem praesentes manu nostra subscriptas Sigillo Regni communirijüssimus. Datum ^arsaviae die II. Mensis Maji Anno D. MDCXXXIII, Regnorum Nostrorum Poloniae et Sueciae Primo Vladislaus Rex Markus Skibicki. 113 Die Chroniken unterlassen es nicht, alle Fälle, in denen Juden zum Christenthum übertraten, gewissenhaft zu verzeichnen. So wird aus dem Jahre 1574 berichtet, dass Heinrich von Yalois bei seinein .Aufenthalte in Posen eine Jüdin zur Taufe [hielt; aus dem Jahre 1537, dass am 4. Tage nach Palmsonntag 14 Juden und Jüdinnen zum Katholicismus übertraten, hierzu veranlasst durch einen getauften Jnden Paul, der zu Krakau die Bibel in hebräischer Sprache herausgegeben hatte. Die Taufe wurde unter grosser Festlichkeit von dem Bischof selbst in Anwesenheit des Posener Wojewoden Lukas Gorka, seines Sohnes Andreas, des Generals von Grosspolen, des Magistrats und eines zahlreichen Publicums vollzogen. Jedes der getauften Judenmädchen erhielt 10 Mark Heiratlisgut (Luk. II, 273). Dieser Paul ist, wie Steinschneider in der hebr. Bibliogr. 1864, S. 42 richtig bemerkt hat, kein anderer als Paul Halicz, der 1540 zu Krakau die von dem getauften Juden Johann Harzuge besorgte Ausgabe der Luther’schen Uebersetzung des N. T. in hebräischen Lettern durch .den Druck veröffentlichte. Vgl. Steinschneider, Catal. libr. hebr. in Bibi.