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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 4 · p. Seite 160

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 4
Article
Bordeaux [Nachricht]
Date
1864-01-01
Page
Seite 160 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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^60 ■L׳T " Monate der Hingeschiedene durch sein menschenfreundliches Wirken,!durch sein tactvolles Benehmen, durch seine Versöhnlichkeit und. Milde, durch seine Toleranz, bei Israeliten und Nichtisräe- Ilten sich zu erwerben und zu bewahren verstand. Alle Israeliten Bordeaux’ hatten am 5. Februar, am Begräbnisstage, ihre Magazine geschlossen; ein Kirchenfürst, der Cardinal Bonn et, hatte seine Equipage geschickt. Der Träfect des bordelensisehen Departements, der Divisionsgeneral, der Abgeordnete von Bordeaux, der Bürgermeister, der Stadtrath, die drei evangel. Pastoren, alle Vorsteher sämmtlicher mildthätiger Anstalten der Stadt, eine Anzahl von nicht weniger, als 20,000 Menschen erwiesen dem Verstorbenen die letzte Ehre, mehr als 3000 zogen mit auf den Gottesacker. — In Paris fand ein Trauergottesdienst statt, bei welchem fast das ganze Centralconsistorium, die Herren Cerfbeer, der Präsident; Anspach, Alphonse v. Rothschid, Munk, Allegri, Futardo zugegen waren. — Ehre seinem Andenken! — Stuttgart. Am 23. Februar nahm die Kammer der Abgeordneten die Beschlüsse der Kammer der Standesherren über den Gesetzentwurf, betreffend die bürgerlichen Verhältnisse der Juden, in Berathung. Die erste Kammer hat die Aufnahme eines besonderen Artikels über den Judeneid beschlossen, dahin lautend: ,,Die Betheuerungsformel der Israeliten bei allen Eiden besteht in den unter Aufhebung der rechten Hand zu sprechenden Worten: Ich schwöre, so wahr mir Gott helfe!" Die Kammer erklärt sich hiermit einverstanden. Dagegen hat die Kammer der Standesherren mit allen gegen eine Stimme die Streichung des Zusatzartikels beschlossen, den die zweite Kammer in Bezug auf die Ehen der Christen und Israeliten in das Gesetz aufgenommen hat, und wonach die Religionsverschiedenheit zwischen Christen und Juden ein Ehehinderniss nicht bilden soll, Nach einer Tängern Debatte beschloss die Kammer, dem Beschlüsse des ersten Hauses beizutreten, und nahm das ganze Gesetz sodann in seiner nunmehrigen Form mit 53 gegen 22 Stimmen an.

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