Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Nachricht] / Frankel, Zacharias
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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^N&krblbgie;; tfakrologie. Diese Zeilen gelten den Männern, deren vor einigen Wochen erfolgter Hintritt ׳den-tiefsten Schmerz in Naheand Fernstehenden wachrief. Die kurze Zwischenzeit vermochte noch nicht die Lebhaftigkeit des tief empfundenen Wehes zu mindern; der Unterzeichnete kann nur in einigen Zeilen dem ihn fast bew'altigenden Schmerz Ausdruck geben. Dr. Michael« Sachs verschied nach kurzem Krankenlager den 31. Januar. Wie von den frühen grossen Männern in Israel nachgerühmt wird, welche hohe Eigenschaft mit ihnen zu Grabe ging, so ist von dem Verewigten auszusagen: mit ihm starb heilige Begeisterung und seltene Charakterstärke. Sachs war ein von Gott begeisterter Mann, in ihm loderteein Glaubensfeuer, das in Wort und Schrift zu heller Flamme aus brach und Andere belebte und begeisterte und in ihnen Glaubens wärme anfachte. Mehr als Denkmale und Gedenksteine sprechen die zwei grossen Gemeinden Deutschlands, Prag und Berlin, von seinem begeisterten und begeisternden Wirken. Nach Prag als Prediger vor dreissig Jahren berufen, rief er in vielen, dem Glauben fast schon abgestorbenen. ׳Gemüthern Achtung und Liebe für ihn wach und riss sie durch seine begeisterten Worte nachhaltig hin. Denn seine Begeisterung war aus tiefer Ueherzeugung hervorgegangen, aus anhaltendem Denken und Forschen über die Wahrheiten der Religion, und darum begeisterte er nicht nur, er überzeugte zugleich, in seinen Worten begegneten sich Licht und Wärme, fanden Geist und Geinüth Befriedigung; und so trat an die Stelle der Kalte und Gleichgültigkeit, die sich Vieler bemachtigt hatte, Achtung und Hochschätzung des Judenthums, zu dem man sich nun mit Liebe bekannte. — Solche Früchte seiner Wirksamkeit liess der Treffliche bei seinem Abgänge nach Berlin zurück, wohin er im Jahre 1844 als Rabbinatsassessor berufeil wurde. Hier war seine Aufgabe eine weit schwierigere als in Prag: in dem auf seine Aufklärung stolzen Berlin hatte die Zersetzung des religiösen Gefühls sich seit vielen Decennien fühlbar gemacht, die Gemüther waren zerfahren, ohne inneren und äusseren Halt, die Gemeinde ohne eigentliche dem Zeitbedürfnisse entsprechende relig. Vertretung. Sie eoncentrirte sich von nun ab