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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1863-01-01 · Heft 11 · p. Seite 439

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
12 (1863)
Issue
Heft 11
Article
Jonische Inseln [Nachricht]
Date
1863-01-01
Page
Seite 439 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Monatschronik. 439 Jonische Inseln. Nach der ,,Cronaca Israelitica“ nehmen die Israeliten der jonischen Inseln grossen Antheil an den politisehen Ereignissen. In der Ilauptsynagogc Corfu’s fand nach der stattgeliabten Königs wähl ein Dankgottesdienst statt, nach welchem sich der grössere Theil der Gemeinde, begleitet von dem Beilallsruf der Menge, in das erzbischöfliche Palais begab. In der Gesellschaft Auagenesis brachte deren Präsident einen Toast auf die jüdische Gemeinde aus; von der Gesellschaft ״Verbrüderung,“ die aus den einflussreichsten Christen Corfifs bestellt, wurden die Notabein der jüdischen Gemeinde zu Ehren» mitgliedcrn ernannt. Abends waren alle Synagogen zu Ehren des Königs Georg I. und aus Freude über die Annexion gliinzend illuminirt. Die Ilauptsynagogc war an ge füllt von Schaulustigen aller Klassen und konnte erst gegen Mitternacht geschlossen werden. An die griechische Deputation endlich, die sieh unter Leitung des Admirals Canaris nach Kopenhagen bögab, hielt Herr Elie Mardo im Namen der Israeliten eine Anspräche, auf welche der Admiral erwiderte, dass Griechenland, sobald es sieh zum freien Königreich constituirt, das Princip der Gewissensfreiheit ausgesprochen und nie verleugnet habe, Serbien. In Folge der grausamen Verfolgungen seitens der Inquisition verliessen bekanntlich vor 150 J. viele jüd. Familien Spanien und Portugal, und Hessen sich in der Türkei nieder, wo sie ungestört und ungekränkt dem Gott ihrer Väter dienen konnten. Am liebsten wählten die Flüchtlinge damals solche Städte und Orte, wo nur türkische Bevölkerung war, nicht auch Christen. In Serbien blieben viele Israeliten nicht nur in der Hauptstadt Belgrad, sondern auch in anderen Städten und in Dörfern, wo ihnen allenthalben gestattet ward, frei ihrem religiösen Bekenntniss und ihren Geschäften zu leben. So lange nun Serbien unter türkischer Herrschaft stand, erfreueten die Israeliten sich der Ruhe, Sicherheit und eines, gewissen Wohl- Standes. Als aber Serbien unter einem christlichen Fürsten ein christliches Fürstenthum ward, begannen auch Noth und Sorgen für die Israeliten. Sofort wurden die •Juden allenthalben ausgewiesen, sie durften nur in der Residenzstadt Belgrad wohnen, durften nur Handel treiben,, und auch dies nur innerhalb der Stadtmauern Belgrads. Von politischer oder socialer Gleich- Stellung war nicht die Rede. So standen die Dinge, bis vor

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