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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1863-01-01 · Heft 9 · p. Seite 325

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
12 (1863)
Issue
Heft 9
Article
Zur Geschichte der Juden Amerika's
Date
1863-01-01
Page
Seite 325 (sequence 5)
Language
German
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Amerika’s. 325 ter im Jahre 1710 das Ansuchen stellte, ihn vom Militär- und Civildienstc zu befreien, mitdem Hinweis, dass bereil-s seine Vorgänger sich dieses Vorrechts erfreuet haben. Die ersten Protocolle über eine bereits organisirte Gemeinde sind im Besitze der Gemeinde Scheerith Israel. Sie sind in spanischer und engl. Sprache geschrieben und haben als Datum den 2G. Tischre 5489 1729.u Doch war die Niederlassung der Juden nicht frei von aller druckenden Bedingung: der Geist der Zeit war selbst noch zu sehr vom Fanatismus niedergedrückt. ״Ueber zwei Jahrhunderte sind verflossen“ — sprach im J. 1859 der Rabbiner1 der portugiesischen Gemeinde Scheerith Israel zu Neuyork, Herr A. Fischei, bei der Grundsteinlegnng einer neuen Synagoge — ״über zwei Jahrhunderte sind verflossen, seitdem unsere Vorväter, die Stifter dieser Gemeinde, den Fass auf diesen Boden setzten. Hier wurde ihnen das Bürgerrecht nach vielem dringenden Ansuchen unter zwciBedingungen eingeräumt. Die erste dieserBedingangen war, sie sollen ihre Armen selbst unterhalten, binsere Vorväter nahmen diese Verpflichtung gern auf sich; sie waren zu sehr an Leiden gewöhnt, als dass sie nicht mit Annuth, mit Elend und Ungemach mitfühlen gelernt häfcteil. Ihnen, die von einen! Continent zum anderen, von einer Insel zur anderen vertrieben worden waren, konnte die Erfüllung dieser Pflicht nicht schwer fallen, und sie würden sie auch ohne die auferlegte Verpflichtung freiwillig übernommen haben. — Die zweite Bedingung war, dass sie keine Synagoge bauen, sondern ihren Gottesdienst in ihren Häusern üben und dieselben zu diesem Zwecke nahe zusammen bauen sollen. Diese Bedingung, welcher nur zu sehr der Bigotismus ihres Zeitalters an klebte, würde unseren Voreltern unsägliche Hinderniss bereitet haben, wenn der Gegenstand ihrer Anbetung Götzen aus Stein oder Mörtel bestanden hätte; da sich aber ihre Anbetung an das Wesen richtete, dessen Allgegenwart es ebenso in der niederen Hütte als in goldglänzenden Gebäuden zugänglich macht, so konnten sie ihre Andacht in ihren Privatwohnungen finden, vermocli״ ten dort sich zu dem Gotte ihrer Väter zu erheben.“

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